D-Wave Quantum Aktie: NTT Docomo nimmt zweite Anwendung in Betrieb
NTT Docomo erweitert Einsatz von D-Wave-Quantencomputing. Der kanadische Anbieter sieht darin einen Beleg für die kommerzielle Reife seiner Annealing-Technologie.

- NTT Docomo erweitert D-Wave-Einsatz
- Zweite Anwendung zur Netzwerkoptimierung
- Förderung durch kanadische Forschungsbehörde
- Umsatzprognose: Großteil erst im Q4
D-Wave Quantum meldet einen weiteren praktischen Einsatz seiner Technologie: NTT Docomo hat gestern eine zweite Anwendung des kanadischen Quantencomputing-Spezialisten zur Netzwerkoptimierung in Betrieb genommen. Für D-Wave ist das ein wichtiger Beleg dafür, dass die eigene Annealing-Technologie über Pilotprojekte hinaus in den produktiven Einsatz bei Großkunden findet.
Der japanische Telekommunikationskonzern hatte bereits zuvor eine D-Wave-Anwendung im Netzbetrieb genutzt. Mit der zweiten Anwendung vertieft NTT Docomo die Zusammenarbeit und liefert damit ein Referenzbeispiel, das D-Wave in Vertriebsgesprächen mit anderen Telekommunikationsanbietern nutzen kann. Für Anleger ist das insofern relevant, als die Aktie zuletzt stark auf Fortschritte bei kommerziellen Anwendungsfällen reagiert hat.
Forschung und Geschäft laufen parallel
Die Nachricht aus Japan reiht sich in eine Serie operativer Fortschritte ein. Vor rund zwei Wochen hatte D-Wave einen in Nature veröffentlichten Fehlerkorrektur-Durchbruch bei der eigenen Dual-Rail-Qubit-Architektur bekanntgegeben – seither hat die Aktie moderat nachgegeben.
Auch die Aufnahme von Analysten-Coverage im gleichen Zeitraum konnte den Kurs nicht stützen. Diese Themen sind mittlerweile eingepreist, die NTT-Docomo-Meldung liefert nun einen frischen, kundenseitigen Beleg für die kommerzielle Relevanz der Technologie.
Ergänzend hat das Unternehmen am Mittwoch vergangener Woche eine Förderung von bis zu 300.000 kanadischen Dollar durch den National Research Council of Canada erhalten, um die eigene Annealing-Software für kommerzielle Anwendungen weiterzuentwickeln. Auch das passt zum Bild eines Unternehmens, das sowohl an der Forschungsfront als auch im operativen Kundengeschäft vorankommt.
Zahlen zeigen noch Umsatzlücke
Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal, veröffentlicht am 6. August, zeichnen ein gemischtes Bild. D-Wave meldete für das erste Halbjahr Buchungen von 35,5 Millionen Dollar und einen Auftragsbestand aus noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen von 40,7 Millionen Dollar.
Der Quartalsumsatz selbst blieb mit 3,1 Millionen Dollar hinter den Erwartungen der Analysten zurück, der Verlust pro Aktie verringerte sich jedoch auf 0,13 Dollar von 0,55 Dollar im Vorjahresquartal.
Das Management bekräftigte die Prognose von zwei Systemauslieferungen im laufenden Jahr und stellte klar, dass der größte Umsatzbeitrag erst im vierten Quartal anfallen soll. Diese Guidance erklärt auch, warum die Marktreaktion auf einzelne Kundenerfolge wie die NTT-Docomo-Meldung derzeit stärker ausfällt als auf die Quartalszahlen selbst – der eigentliche Umsatznachweis steht noch aus.
Kurs bleibt volatil
Die Aktie notiert aktuell bei 16,64 Euro und damit rund 8 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 18,13 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Kursrücksetzer noch nicht ausgeglichen ist. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 104 Prozent hoch, was das Papier weiterhin zu einer Wette auf den langfristigen Erfolg der Quantencomputing-Technologie macht.
Termine für das weitere Vertrauen der Anleger liefert der Kalender: D-Wave-Management nimmt am 20. August an der virtuellen Halbleiterkonferenz von Needham und am 27. August an der Technologiekonferenz der Deutschen Bank teil. Beide Auftritte dürften weitere Details zur Kundenpipeline und zum Ausblick auf das vierte Quartal liefern, in dem laut Unternehmensangaben der Großteil des Jahresumsatzes anfallen soll.
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