D-Wave Quantum Aktie: Zacks stuft von Strong Buy auf Hold

Zacks Research stuft D-Wave Quantum auf 'Hold' herab. Trotz massiv gestiegener Buchungen und NTT-Docomo-Ausbau verfehlt der Umsatz die Erwartungen.

Die Kernpunkte:
  • Zacks senkt D-Wave-Einstufung
  • Umsatz verfehlt, Buchungen explodieren
  • NTT Docomo erweitert Quanten-Nutzung
  • Institutionelle Anleger stocken Anteile auf

Zacks Research hat die Einstufung für D-Wave Quantum heute von „Strong Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Die Abstufung fällt in eine Phase, in der Anleger die Kluft zwischen technologischem Momentum und operativer Kennzahlenlage neu bewerten müssen. Der Analystenkonsens bleibt zwar bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 36,36 US-Dollar, doch die jüngsten Quartalszahlen liefern Zacks offenbar den Anlass für die Zurückhaltung.

Umsatz verfehlt Erwartungen, Buchungen explodieren

Im zweiten Quartal 2026 wies D-Wave Quantum einen Verlust je Aktie von 0,10 US-Dollar aus, während Analysten nur mit minus 0,08 US-Dollar gerechnet hatten. Beim Umsatz reichte es mit 3,08 Millionen US-Dollar nicht an die erwartete Marke von 4,03 Millionen US-Dollar heran.

Auffällig ist der Kontrast zu den Buchungen: Diese kletterten im Jahresvergleich um 1.120 Prozent auf 36 Millionen US-Dollar. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist das ein enormer Sprung, der zeigt, dass die kommerzielle Nachfrage nach D-Waves Quantentechnologie wächst, auch wenn sich das noch nicht im laufenden Umsatz niederschlägt.

Auf der Kundenseite liefert D-Wave weiter Argumente für die Wachstumsstory: NTT Docomo hat eine zweite Produktionsanwendung mit der Technologie des Unternehmens in Betrieb genommen. Der Praxiseinsatz im realen Netzbetrieb gilt als Beleg dafür, dass D-Waves Ansatz über reine Forschungsprojekte hinausreicht.

Eine Einschätzung von wallstreetONLINE-Analyst Maximilian Berger ordnete den zweiten Docomo-Einsatz als Signal für Momentum, Nachfrage und Skalierungsfähigkeit ein, verwies zugleich aber auf die anspruchsvolle Bewertung des Titels.

Insider verkaufen, institutionelle Investoren kaufen zu

Während Insider in den vergangenen 90 Tagen rund 1,34 Millionen Aktien im Wert von 35,35 Millionen US-Dollar veräußert haben, zeigt sich auf der institutionellen Seite ein gegenläufiges Bild. Lisanti Capital Growth baute eine neue Position von 112.955 Aktien im Wert von etwa 2,71 Millionen US-Dollar auf.

Weitere Adressen wie CoreCap Advisors, Sigma Planning, AlphaStar sowie Arizona State Retirement stockten ihre Bestände auf. Auch Csenge Advisory Group stieg mit einer neuen Position von rund 1,48 Millionen US-Dollar ein, begleitet von Zukäufen etwa durch Root Financial und Parallel Advisors.

Größere Gewichtsverschiebungen zeigten zudem UBS mit einem Zuwachs von 541,6 Prozent auf gut 12 Millionen Aktien sowie Marex mit einem Plus von 74,9 Prozent. Institutionelle Investoren halten mittlerweile 42,47 Prozent der Anteile. Diese breite Beteiligung professioneller Anleger spricht dafür, dass die langfristige Wachstumsstory trotz der Abstufung von Zacks weiterhin Käufer findet.

Kurs unter Druck, Bewertung bleibt Streitpunkt

An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einer schwachen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 16,05 Euro und damit 2,8 Prozent niedriger als am Vortag.

Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 12 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 29 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 40,41 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, trennen den Titel inzwischen 60 Prozent.

Die Kombination aus explodierenden Buchungen, prominenten Kunden wie NTT Docomo und gleichzeitig enttäuschenden Umsatzzahlen macht D-Wave Quantum zu einem Paradebeispiel für die Bewertungsdebatte rund um Quantencomputing-Aktien: Die Technologie liefert erste kommerzielle Erfolge, doch der Weg zu profitablem Wachstum bleibt lang. Die Herabstufung durch Zacks dürfte für Anleger ein Signal sein, die hohen Erwartungen an künftige Quartale kritischer zu hinterfragen.

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