Daimler: Für Aktie und Konzern wird es immer enger

Die schlechten Nachrichten für Daimler reißen derzeit nicht ab. Das gilt zum einen für den Heimatmarkt als auch für das wichtige Export-Geschäft. Bei letzterem sorgte wieder einmal ein Tweet des US-Präsidenten Donald Trump für Unruhe. Dieser hatte bekanntlich das G7-Treffen am Wochenende faktisch platzen lassen. Vor seiner frühen Abreise am Samstag hatte Amerikas Präsident zwar noch einem gemeinsam verfassten Kommuniqué zugestimmt. Doch kaum saß er in der Air Force One, zog er diese Zustimmung per Twitter wieder zurück.

Dabei reagierte er deutlich verärgert auf aus seiner Sicht falsche Statements von Kanadas Präsident Trudeau. Im gleichen Atemzug nahm er sich dann auch noch einmal die ausländischen Automobil-Werte vor und erneuerte die Drohung, hier Strafzölle einführen zu wollen.

Bundesamt wirft Daimler Manipulationen vor

Als ob das für Daimler nicht schon allein schwierig wäre, kommt auch neuer Ärger in der Abgas-Affäre. Denn wie das Kraftfahrt-Bundesamt KBA mitteile, wirft man Daimler Manipulationen bei der Diesel-Abgasreinigung vor. Aktuell betrifft dies zwar nur den Kleintransporter Mercedes-Benz Vito. Doch es scheint wohl so, als ob auch bei anderen Modellen unzulässige Abschalt-Funktionen entdeckt worden sind.

Allerdings: Auch wenn sich die aktuellen Berichte bewahrheiten, könnte die Sachlage deutlich komplizierter sein als bei Volkswagen. Analysten erklären dies mit einer möglichen technischen Grauzone zwischen Manipulation und Sicherstellung der Motorensicherheit. Hinzu kommt, dass kaum erwartet wird, dass es hier zu Strafzahlungen in Deutschland kommt. Schon Volkswagen hatte trotz Eingeständnis nichts zahlen müssen. Daimler weist derzeit alle Vorwürfe von sich.

Aktie weiter auf Tauchstation

Das sorgt dafür, dass die Aktie von Daimler zum Wochenbeginn wieder unter Abgabedruck gerät. Damit ist die erhoffte Stabilisierung im Bereich von 62 Euro wohl obsolet. Die Aktie könnte hier kurzfristig auf die Unterstützung bei 59 Euro zurückfallen. Diese muss dann aber auch halten, weil danach aus charttechnischer Sicht ein großes Loch gähnt. So wären hier bei anhaltenden Abgaben auch Kursverluste bis in den Bereich von 50/52 Euro vorstellbar, dem Tief aus dem Sommer 2016.

Entscheidend dürfte sein, ob und wie tatsächlich die Exporte in die USA mit zusätzlichen Zöllen belastet werden. Dazu ein kurzer Überblick über die deutschen Hersteller und wie sie von höheren US-Zeilen betroffen wären.

Zum Artikel: Deutsche Autobauer: Wie gefährlich wären Strafzölle wirklich?

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