Daimler: Mercedes-Produzent investiert in Uber-Konkurrenz

Aktionäre des Premium-Autoherstellers Daimler mussten in den vergangenen Wochen starke Nerven beweisen. Denn die Aktie fiel von rund 68 Euro quasi ohne Unterbrechung auf gut 62 Euro. Was mit zwei Themen zu tun hat.

Zum einen natürlich dem andauernden Dieselskandal. Mit der Verhängung erster Fahrverbote in Hamburg erreicht das Thema neue Qualität und nicht wenige Investoren fürchten, dass sich die Autohersteller in Deutschland weiteren Einschnitten gegenübersehen.

Das zweite Thema, das die Aktie von Daimler belastet, sind die angedrohten Strafzölle in den USA. Hier erschreckte eine jetzt bekannt gewordene Bemerkung des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. So soll Trump gegenüber Macron bei dessen Besuch im April angekündigt haben, deutsche Hersteller aus dem US-Markt auszusperren. Das würde Daimler wie auch anderen Autoproduzenten Milliarden Euro kosten. Indes:

Autohersteller wollen sich neu erfinden

Es gibt auch positive Nachrichten. Diese finden zwar aktuell im allgemeinen negativen Umfeld nur wenig Gehör, könnten aber in der Perspektive für langfristig orientierte Investoren spannend werden. Dabei geht es insbesondere darum, dass die Autohersteller versuchen, von reinen Produzenten zu Mobilitäts-Anbietern zu werden. Entsprechende Projekte beispielsweise beim Carsharing sind bekannt. Nun gibt es bei Daimler eine weitere Neuigkeit.

Ein interessanter Deal in Estland

Denn das Unternehmen ist beim Uber-Konkurrenten Taxify beteiligt. Dieses Unternehmen stammt aus Estland, ist aber sowohl europaweit als auch in Afrika als Fahrdienstleister unterwegs. Eigenen Angaben zufolge hat man bereits eine halbe Million Fahrer in 25 Ländern unter Vertrag, die rund 10 Millionen Kunden bedienen. In einer aktuellen Finanzierungsrunde konnte Taxify 175 Millionen Dollar einsammeln. Wie viel Daimler dazu beisteuerte, ist allerdings nicht bekannt.

Kann Daimler wieder Anleger anlocken?

Natürlich können solche Investitionen nicht die aktuellen Geschäftsrisiken, die es derzeit besonders in den USA gibt, kompensieren. Aber sie zeigen durchaus einen interessanten Weg. Und sollten gleichzeitig auch daran erinnern, dass die Daimler-Aktie inzwischen auf dem tiefsten Stand seit September letzten Jahres notiert. Und das mit einem KGV von gerade einmal zwischen 6 und 7. Uns würde nicht wundern, wenn hier nicht kurzfristig mutige Anleger wieder zugreifen.

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