Daimler rückt näher an die Konkurrenz, setzt die Aktie zur Kehrtwende an?

Der Automobilhersteller Daimler hat große Ziele. Um diese zu erreichen, wird kräftig in eigene Werke investiert und auch die Absatzzahlen bringen das Unternehmen wieder ein Stück weiter voran.

 

© Daimler
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So kann Daimler auf einen absatzstarken Monat zurückblicken. Allein im Juni wurden weltweit 169.600 Fahrzeuge ausgeliefert. Immerhin 19,3% mehr als vor Jahresfrist. Besonders Kompakt- und Geländewagen wurden stark nachgefragt.

Beim Kleinwagen Smart verzeichnete der Autohersteller im Juni mit 11.300 Fahrzeugen ein Plus von 54,5%. Insgesamt wurden im letzten Monat 181.000 Fahrzeuge in der PKW-Sparte verkauft. Dies entsprach einem Plus von 21,1%.

Schwächer verlief dagegen das US-Geschäft mit der E-Klasse. Dort sackte im letzten Monat der Absatz um ca. 44% im Jahresvergleich ab. Bereits im Mai ging es um 36% abwärts.

Unter dem Strich verkaufte Daimler aber im Juni mit 31.260 Fahrzeugen noch ein Plus von 6,4% in den USA. Möglich wurde dies durch eine starke Nachfrage nach der C-Klasse. Hier legten die Verkäufe um ca. 48% zu.

 

Halbjahr geht in die Geschichte ein

Doch damit nicht genug, das 1. Halbjahr war für Daimler auch das verkaufsstärkste Halbjahr in der Firmengeschichte. Die PKW-Sparte verkaufte in diesem Zeitraum 960.589 Fahrzeuge, ein Plus von 15,7%.

Bereits der Start in das laufende Geschäftsjahr begann für Daimler mit dem größten Absatzplus bezogen auf die weltweit 16 größten Fahrzeughersteller. Konnten die anderen ihren Absatz weltweit nur um 1% steigern, gelang es Daimler ein Plus von 16% zu erzielen.

Der Gewinn wurde um 64% nach oben katapultiert. Damit rückt auch das Ziel näher, hinsichtlich Absatz und Gewinn den Abstand zur Konkurrenz Audi und BMW zu verkleinern.

 

Milliardeninvestitionen geplant

Investitionen waren bei Daimler schon immer ein Thema. Als Nächstes steht nun der Standort Rastatt auf dem Plan. Rund 1 Mrd. Euro will Daimler hier bis zum Jahr 2020 investieren. Dort soll die geplante neue Generation Kompaktwagen gefertigt werden.

Zu den bisher rund 6.500 Mitarbeitern sollen 250 Leiharbeiter hinzukommen. Bisher arbeiten dort bereits ca. 440 Leiharbeiter. Gleichzeitig will Daimler dort einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen. Dies soll durch flexiblere Arbeitszeiten und die Auslagerung von Aufgaben an Dritte geschehen. Davon betroffen sind Bereiche wie der Rohbau, die Vormontage und die Logistik.

Mitarbeiter sollen dennoch nicht fürchten müssen, ihren Job zu verlieren. Laut dem Betriebsrat unterstehen Mitarbeiter, deren Aufgaben anderweitig vergeben werden, einem Kündigungsschutz und dürften auch im Gehalt nicht schlechter abschneiden als vorher.

Im letzten Jahr wurden an diesem Standort gut 293.000 Fahrzeuge hergestellt. Laut Daimler sei es damit notwendig, die Produktion auszuweiten. Mit Ausnahme vom Standort Hamburg hat der Konzern bisher für alle anderen der PKW-Sparte entsprechende Zukunftskonzepte entworfen.

Auch der Stammsitz in Untertürkheim soll neu aufgestellt werden. Hier plant Daimler den Umbau zu einem Leitwerk für CO2-effiziente Technologien wie z. B. Hybrid-Motoren.

 

Filialen in chinesischer Hand

Gleichzeitig trennt sich der Konzern von wenig lukrativen Bereichen. Dazu gehört wohl auch das eigene Verkaufsgeschäft mit angeschlossenen Werkstätten. Hier verkaufte der Konzern die Mercedes-Niederlassungen in Ostdeutschland an eine deutsche Tochterfirma des chinesischen Konzerns Lei Shing Hong. Einzig die Filiale in Berlin bleibt in den Händen Daimlers.

Noch Mitte März erreichte die Aktie von Daimler bei 96,07 Euro ein neues Jahreshoch. Seitdem verläuft der Kurs in einem leichten Abwärtstrend. Heute jedoch herrscht eine eher pessimistische Stimmung am Markt aufgrund des Ergebnisses des Referendums in Griechenland.

 

Daimler mit Signal zur Kehrtwende

Das zieht einige Titel mit nach unten, aber: Der Blick auf den Chart zeigt ein eindeutiges Signal. Heute bildete sich der so genannte „Inverted Hammer“. Dieser besteht aus einem kleinen Kerzenkörper und einem langen oberen Schatten.

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Der Kerzenkörper muss hierbei am unteren Ende der Kursspanne gebildet werden. Dieser „Inverted Hammer“ tritt nach einem Abwärtstrend auf und zeigt ein Bodenumkehrsignal an. Der lange Schatten bedeutet, dass die Aktie während des Handels eine Erholungsbewegung startete, welche jedoch im weiteren Verlauf abverkauft wurde.

Um das Umkehrsignal jedoch tatsächlich als solches zu werten ist es erforderlich, dass dieses Kursmuster morgen insofern bestätigt wird, als dass der Eröffnungs-, jedoch auf jeden Fall der Schlusskurs am morgigen Tag über dem Körper des „Inverted Hammers“ gebildet wird. Es bleibt also spannend.

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