Daimler Truck Aktie: Die IG Metall macht in Kassel ernst
Befristete Arbeitsniederlegungen könnten Daimler Trucks Produktion und Kosten beeinflussen; weitere Aktionen sind bis Ende der Woche angekündigt.

- Daimler-Truck-Beschäftigte in Kassel zum Ausstand aufgerufen
- IG Metall plant Aktionen in über 2.000 Betrieben
- Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Lohn
- Weitere Warnstreiks bis Ende der Woche angekündigt
Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie geht in die heiße Phase. Nach Ablauf der Friedenspflicht am Sonntag legen Beschäftigte an vielen Standorten die Arbeit nieder, auch bei Daimler Truck. Für den Lkw-Hersteller stellt sich die Frage, wie stark die Aktionen die Produktion treffen.
Kassel unter den Schwerpunkten
Die IG Metall plant bis Ende der Woche bundesweit Warnstreiks in mehr als 2.000 Betrieben. Am Montag sind in Kassel Beschäftigte von Daimler Truck und des Zulieferers Paul Beier zu einem befristeten Ausstand aufgerufen. Weitere Schwerpunkte liegen bei Opel in Kaiserslautern und in Betrieben im Frankfurter Umland.
Der Konflikt betrifft rund 3,7 Millionen Beschäftigte, die unter den Flächentarif Metall und Elektro fallen. Zwei Verhandlungsrunden brachten bislang kein Ergebnis.
Weit auseinanderliegende Positionen
Die Gewerkschaft fordert bei zwölf Monaten Laufzeit fünf Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten. Die Arbeitgeber legten in der zweiten Runde ein Angebot vor, das eine Einmalzahlung im kommenden Jahr und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsieht. Der Tarifvertrag soll bis Ende 2028 laufen.
Die IG Metall hält das Angebot angesichts der Inflation für unzureichend. Die Arbeitgeberseite verweist auf die schwierige wirtschaftliche Lage und hohe Kosten am Standort Deutschland. Die hessischen Arbeitgeber nannten die Warnstreiks „unangebrachtes Säbelrasseln“. Hessenmetall-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert erklärte, Warnstreiks stoppten die Produktion, aber nicht den Kostendruck.
Was das für Daimler Truck bedeutet
Kurze, befristete Warnstreiks müssen die Geschäftszahlen nicht belasten. Entscheidend ist, wie lange die Arbeitsniederlegungen dauern und ob ausgefallene Produktionsstunden sich nachholen lassen. Ziehen sich die Aktionen hin, drohen Ausfälle und höhere Kosten, auch bei Zulieferern.
Langfristig zählt der Abschluss selbst. Ein hoher Tarifabschluss würde die Personalkosten erhöhen und könnte die Margen drücken, gerade bei Unternehmen mit schwacher Nachfrage und hohen Standortkosten. Eine schnelle Einigung ist angesichts der Positionen nicht in Sicht. Die IG Metall kündigt bis Ende der Woche weitere Aktionen an.
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