Daimler Truck Aktie: Zweijahreshoch trotz Gewinndelle

Daimler Truck überrascht mit angehobener Jahresprognose und treibt Aktie auf den höchsten Stand seit April 2024.

Die Kernpunkte:
  • Kurs steigt auf über 45 Euro
  • Jahresprognose für Ebit deutlich erhöht
  • Lieferverzögerungen belasten Quartalsergebnis
  • Jefferies sieht Aktie weiter unterbewertet

Ein Quartal mit rückläufigem Gewinn – und trotzdem eilt die Aktie auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Bei Daimler Truck zeigt sich am Donnerstag ein Muster, das viele Anleger überraschen dürfte: Der Markt blickt an den schwächeren Zahlen vorbei und feiert stattdessen die angehobene Jahresprognose. Der Kurs kletterte auf über 45 Euro, das höchste Niveau seit April 2024, während der DAX insgesamt nachgab.

Der Truckbauer erhöhte seine Ebit-Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro, nach zuvor 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro. Auch die erwartete Industriemarge steigt auf 7 bis 9 Prozent, der freie Cashflow soll nun zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden Euro liegen. Als Gründe nennt das Unternehmen einen aktualisierten Zollrahmen sowie höhere erwartete Absatzzahlen im nordamerikanischen Truckgeschäft.

Warum das Quartal trotzdem schwächer ausfiel

Der Blick auf die Zahlen zum zweiten Quartal zeigt zunächst ein anderes Bild. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um 25 Prozent auf 838 Millionen Euro und blieb damit unter der Konsensschätzung von 878 Millionen Euro. Das industrielle bereinigte Ebit sackte um 29 Prozent auf 780 Millionen Euro ab, der Industrieumsatz sank um 3 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Der Grund dafür liegt weniger in schwacher Nachfrage als in Lieferkettenproblemen: Rund 2.000 Lkw-Auslieferungen in Nordamerika verschoben sich dadurch ins dritte Quartal. Genau diese Verzögerung wird von Marktbeobachtern als temporär eingestuft – die zugrunde liegende Ertragskraft des Geschäfts bleibe intakt.

Jefferies sieht Unterbewertung

Jefferies bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 54 Euro und argumentiert, ohne die Lieferverzögerung hätten die nordamerikanischen Margen wohl fast 9 Prozent erreicht. Für 2027 rechnet das Analystenhaus mit Margen von über 11 Prozent und sieht die Aktie beim aktuellen Kurs von rund dem Fünffachen des Höchstgewinns weiterhin günstig bewertet.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die verschobenen Auslieferungen tatsächlich wie erwartet ins dritte Quartal verlagern und die angehobene Jahresprognose damit untermauern.

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