Daldrup & Söhne: Zwei Bohrungen in Aschheim
Daldrup & Söhne steigert die Halbjahresleistung um 56 Prozent. Analysten sehen weiteres Potenzial, während die Prognose vorsichtig wirkt.

- Gesamtleistung steigt auf 32,3 Millionen Euro
- Operatives Ergebnis erreicht 3,46 Millionen Euro
- SMC Research hebt Kursziel auf 30 Euro
- Auftragsbestand umfasst 132 Millionen Euro
Reicht die Jahresprognose des Bohrspezialisten Daldrup & Söhne für das laufende Geschäftsjahr noch aus? Nach einem deutlichen Leistungssprung im ersten Halbjahr wachsen am Markt die Zweifel an der Zurückhaltung der Unternehmensführung. Das Analysehaus SMC Research stellte am 3. September eine Übererfüllung der offiziellen Zielmarken in Aussicht und hob das Kursziel auf 30,00 Euro an. Gestern beendete die Aktie den Handel bei 22,60 Euro.
Die Experten trauen dem Spezialisten für Tiefengeothermie im laufenden Turnus mehr zu, als der Vorstand bisher in Aussicht stellt. Als wesentlicher Treiber gilt die unverändert hohe Nachfrage nach Bohrungen für die kommunale Wärmeversorgung. Zudem greifen politische Initiativen zur Beschleunigung von Geothermieprojekten.
Kräftiges Wachstum im ersten Halbjahr
Das operative Fundament für den Optimismus lieferten die Halbjahreszahlen. Daldrup & Söhne steigerte die Gesamtleistung in den ersten sechs Monaten um 56 Prozent auf 32,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte auf 3,46 Millionen Euro.
Die Zahlen belegen eine spürbare Beschleunigung des operativen Geschäfts. Vor allem Großprojekte in der Tiefengeothermie trugen zur Auslastung der Bohrgeräte bei, während das Unternehmen gleichzeitig seine Profitabilität auf hohem Niveau hielt.
Vor gut drei Wochen bestätigte das Management die Jahresprognose für 2026. Angestrebt wird eine Gesamtleistung von rund 58 Millionen Euro bei einer operativen Marge zwischen 11,5 und 13,5 Prozent. Angesichts des starken ersten Halbjahres gilt dieser Rahmen am Markt als sehr vorsichtig gewählt.
Sollte das Tempo der Bohrungen in den verbleibenden Monaten anhalten, zeichnet sich ein deutlicher Überhang ab. Genau darauf setzt auch die Erwartungshaltung der Analysten.
Auftragsbestand sichert Auslastung
Rückhalt bietet der solide Auftragsbestand. Das Volumen belief sich zuletzt auf 132 Millionen Euro. Zudem sicherte sich das Unternehmen im Juli den Zuschlag für zwei weitere Tiefenbohrungen in Aschheim.
Zusätzlicher Rückenwind zeichnet sich bei den Rahmenbedingungen in Deutschland ab. Gesetzliche Beschleunigungsmaßnahmen und staatliche Absicherungsmodelle erleichtern Kommunen und Energieversorgern die Umsetzung tiefer Bohrungen. Unternehmenschef Tönies rechnet in diesem Sektor mit einer spürbaren Nachfragesteigerung bis zum Ende des Jahrzehnts.
Konsolidierung nach der Hauptversammlung
Am Aktienmarkt zeigte sich das Papier nach der Hauptversammlung dennoch zurückhaltend. Vor rund zwei Wochen stimmten die Aktionäre einer Dividende von 0,18 Euro je Aktie zu, seither verzeichnete die Notierung ein Minus von 3,0 Prozent. Gestern legte der Kurs an der Börse um 1,4 Prozent zu.
Ob die Aktie den Weg in Richtung alter Höchststände wieder aufnehmen kann, dürfte nun vor allem von weiteren Signalen zur tatsächlichen Jahresleistung abhängen.
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