Das 2,4-Prozent-Aufatmen, die Wachablösung im DAX und Brasiliens 68-Milliarden-Wette
Siemens löst SAP als wertvollstes DAX-Unternehmen ab, während niedrigere US-Inflationsdaten die Zinshoffnungen stützen. Brasilien erwägt milliardenschwere Bitcoin-Reserve.

- Siemens überholt SAP an der DAX-Spitze
- US-Inflation sinkt auf 2,4 Prozent
- Brasilien plant 68-Milliarden-Bitcoin-Kauf
- Gemischte Quartalsberichte von Applied Materials und DraftKings
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern sprachen wir an dieser Stelle noch über die statistischen Nebelkerzen des US-Arbeitsmarktes, die Investoren verunsicherten. Heute Nachmittag um 14:30 Uhr hat sich dieser Nebel gelichtet – und den Blick auf ein Szenario freigegeben, das Börsianer liebevoll „Goldilocks“ nennen: Die Wirtschaft ist nicht zu heiß, um die Inflation anzufachen, aber auch nicht zu kalt, um in eine Rezession zu kippen.
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Das hörbare Aufatmen auf dem Frankfurter Parkett hatte einen konkreten Grund: Die Angst vor dem „Inflations-Monster“, das sich hartnäckiger hält als gedacht, war der ständige Begleiter dieser Handelswoche. Doch die Realität aus Washington war gnädiger als die Befürchtung.
Während die Geopolitik in München gerade die Stirn runzelt, feiern die Algorithmen eine Zahl: 2,4 Prozent. Lassen Sie uns diesen Freitag, den 13. – der für die Märkte glücklicherweise kein Unglückstag war – gemeinsam einordnen.
1. Wachablösung an der DAX-Spitze
Es fehlt nicht viel, aber es fehlt eben doch das letzte Quäntchen Momentum. Der DAX verabschiedet sich mit einem versöhnlichen Plus von 0,25 Prozent bei 24.914 Punkten ins Wochenende. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von rund 0,5 Prozent zu Buche – solide, aber noch keine Euphorie.
Doch unter der Oberfläche des Index vollzieht sich eine historische Verschiebung. Jahrelang war SAP das unangefochtene Schwergewicht, das Aushängeschild der deutschen Digitalhoffnung. In dieser Woche hat die „Old Economy“ jedoch eindrucksvoll zurückgeschlagen. Siemens hat die Walldorfer Software-Schmiede als wertvollstes DAX-Unternehmen abgelöst.
Der Münchner Konzern treibt den Index fast im Alleingang. Mit einem Kurs, der gestern auf ein Rekordhoch von über 275 Euro kletterte, erreicht die Bewertung nun rund 200 Milliarden Euro. Investoren honorieren nicht nur die erhöhte Gewinnprognose, sondern setzen darauf, dass Siemens die industrielle Transformation anführt. Die Botschaft ist klar: Ingenieurskunst und Hardware sind 2026 an der Börse wieder „sexy“.
Zur Wahrheit gehört jedoch auch die Zweiteilung des Marktes: Während Siemens zieht, bremsen andere Schwergewichte. Mercedes-Benz musste nach einem schwachen Schlussquartal (EBIT -57%) Federn lassen, und RWE fand sich heute nach Analystenabstufungen am Tabellenende wieder.
2. Washingtons Zahlen-Magie
Das wichtigste Ereignis der Woche fand heute Nachmittag statt. Die US-Inflationsdaten für den Januar 2026 waren der Lackmustest für die Zinsfantasien der Anleger.
Das Ergebnis sorgt für Erleichterung: 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2025 und liegt unter den befürchteten 2,5 Prozent. Auch die Kernrate (ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrung) sank von 2,6 auf 2,5 Prozent.
Warum ist das entscheidend? Nach den verwirrenden Arbeitsmarktdaten der Vorwoche wuchs die Sorge, die US-Notenbank Fed könnte die Zinsen länger oben halten („higher for longer“). Die heutigen Daten entkräften dieses Szenario. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im März die Füße stillhält (aktuell 3,5-3,75%) und im Sommer die Zinszügel lockert, ist gestiegen. Für Europa bedeutet das: Der Druck auf die EZB nimmt ab, die Staatsanleihen reagierten sofort mit Kursgewinnen.
3. Brasiliens Krypto-Coup
Während wir hier über Zehntelprozentpunkte bei der Inflation diskutieren, wird in Südamerika das ganz große Rad gedreht. In Brasilien wurde heute ein Gesetzentwurf wiederbelebt, der es in sich hat: Der „Reserva Estratégica Soberana de Bitcoin“ (RESBit).
Der Plan klingt fast zu kühn, um wahr zu sein: Brasilien soll über fünf Jahre hinweg 1 Million Bitcoin kaufen und als strategische Reserve halten. Beim aktuellen Kurs von rund 68.000 US-Dollar sprechen wir über ein Investitionsvolumen von fast 68 Milliarden Dollar. Das entspräche etwa 5 Prozent aller jemals existierenden Bitcoins.
Das Narrativ vom „digitalen Gold“ wandelt sich damit von einer These der Krypto-Anarchisten zu einer geopolitischen Strategie. Sollte dieses Gesetz Realität werden, würde Brasilien Länder wie die USA (die über Beschlagnahmungen ca. 328.000 BTC halten) weit hinter sich lassen. Der Markt reagierte prompt: Bitcoin kletterte wieder über die 68.000-Dollar-Marke. Doch Bäume wachsen selten ungestört in den Himmel: Die Analysten von Standard Chartered haben ihr Kursziel für Ende 2026 vorsichtshalber von 150.000 auf 100.000 Dollar gesenkt.
4. Das Spiel der Erwartungen
Börse bleibt am Ende ein brutales Spiel der Erwartungen. Zwei US-Beispiele von heute zeigen die Diskrepanz zwischen „gut“ und „gut genug“:
- Der KI-Gewinner: Applied Materials. Der Ausrüster für die Halbleiterindustrie lieferte nicht nur starke Zahlen, sondern vor allem einen optimistischen Ausblick. Der CEO spricht von einer Beschleunigung der KI-Investitionen. Die Aktie dankte es mit einem zweistelligen Kurssprung. Die Botschaft: Der KI-Boom ist nicht vorbei, er verlagert sich nur tiefer in die Lieferkette – weg von den reinen Chip-Designern hin zu den Maschinenbauern.
- Der Prognose-Verlierer: DraftKings. Der US-Wettanbieter meldete zwar Rekordumsätze, aber der Ausblick für 2026 enttäuschte. Die Aktie stürzte um rund 15 Prozent ab. Das Problem: Hohe Investitionen in neue „Prediction Markets“ drücken kurzfristig den Gewinn. Anleger haben im Jahr 2026 wenig Geduld für teure Experimente, die erst übermorgen Früchte tragen.
Was bedeutet das konkret für uns als Anleger in diesem volatilen Marktumfeld? Chefanalyst Carsten Müller hat eine systematische Strategie entwickelt, die genau solche explosiven Bewegungen – wie bei Applied Materials – gezielt identifiziert. In seinem kostenlosen Webinar zur „Cash-Rallye“ zeigt er, wie sein Cash-Alarm-System zweimal pro Woche konkrete Trading-Signale liefert, die in der Vergangenheit durchschnittlich +62,5% Gewinn pro Trade erzielten. Sie lernen, wie das System technische Ausbrüche, Volumenanalyse und fundamentale Katalysatoren kombiniert, um Gewinner wie Rheinmetall (+136,5%), Siemens Energy (+96,9%) oder Cameco (+60,2%) frühzeitig zu erkennen – und zwar branchenübergreifend in Aktien, Rohstoffen und Kryptos. Carsten Müller stellt Ihnen zudem seinen exklusiven Sektor-Report zu den vier gewinnstärksten Branchen bis 2027 kostenlos zur Verfügung. Details zur Cash-Rallye und kostenloser Sektor-Report
5. Der Blick nach München
Zum Schluss noch ein Blick weg von den Kurstafeln, hin zur Realpolitik. In München hat heute die Sicherheitskonferenz (MSC) begonnen. Während der DAX von Rekorden träumt, mahnen Experten hier zur Vorsicht.
Morgen wird der Auftritt von US-Außenminister Marco Rubio erwartet. Die Diskrepanz könnte größer kaum sein: Die Finanzmärkte haben gelernt, geopolitische Risiken auszublenden, solange die Lieferketten halten. In München hingegen blickt man mit ernster Miene auf die fragile Weltordnung. Es bleibt abzuwarten, ob die warnenden Worte von der Isar am Montag auch am Main Gehör finden.
Der Ausblick
Die 25.000 Punkte im DAX bleiben das Ziel für die kommende Woche. Mit dem Rückenwind der US-Inflationsdaten und einer starken Siemens-Aktie stehen die Chancen nicht schlecht, dass die „gläserne Decke“ bald bricht. Doch wie wir heute am Flughafen Köln/Bonn gesehen haben, wo eine technische Störung den Betrieb lahmlegte: Manchmal reicht ein kleines technisches Problem, um große Pläne vorübergehend auf Eis zu legen.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende – vielleicht nutzen Sie es ja, um ganz analog durchzuatmen.
Herzlichst,
Ihr
Felix Baarz
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