Das globale Paradoxon, Trumps Februar-Ultimatum und das stille KI-Geständnis

Die USA kündigen Strafzölle auf deutsche Importe an, während die EU ein historisches Freihandelsabkommen mit Südamerika unterzeichnet. Gleichzeitig zeigt die KI bei US-Banken erste Auswirkungen auf den Personalbestand.

Die Kernpunkte:
  • Historisches EU-Mercosur-Freihandelsabkommen unterzeichnet
  • Trump droht mit Strafzöllen auf deutsche Importe
  • US-Banken melden starke Gewinne, Aktien fallen
  • KI-Projekte führen zu weniger Neueinstellungen

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist eine Ironie der Geschichte, die man sich kaum besser ausdenken könnte. Während in Paraguay die Tinte unter dem wohl größten Freihandelsabkommen der Welt trocknet, braut sich wenige tausend Kilometer nördlich das genaue Gegenteil zusammen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?

Wir erleben an diesem Samstagabend ein ökonomisches Paradoxon in Reinkultur: Europa öffnet die Tore nach Südamerika, während die USA drohen, ihre Tore für Europa zu schließen. Die Weltwirtschaft ordnet sich neu – und zwar nicht in abstrakten Theorien, sondern mit konkreten Datumsangaben und Prozentsätzen, die jeden CFO in Deutschland nervös machen dürften.

Doch nicht nur die Geopolitik sorgt für Bewegung. In den Bilanzen der US-Großbanken versteckte sich am Freitag ein Satz, der für den Arbeitsmarkt der Zukunft vielleicht relevanter ist als jede Zinsentscheidung.

Lassen Sie uns die Ereignisse dieses Wochenendes sortieren.

Das 25-Jahre-Wunder und die Zoll-Peitsche

Es hat fast schon etwas Nostalgisches: Nach 26 Jahren Verhandlungen ist der EU-Mercosur-Deal besiegelt. Eine Freihandelszone, die 780 Millionen Menschen umfasst, ist Realität. Für die deutsche Exportwirtschaft ist das prinzipiell ein Befreiungsschlag, der neue Absatzmärkte jenseits von China und den USA erschließt. Auch wenn Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) in Berlin pflichtschuldig von „Schutzklauseln für Bauern” sprach, ist der geopolitische Signalwert unbezahlbar: Europa ist handlungsfähig.

Das Timing könnte jedoch kaum dramatischer sein. Denn US-Präsident Donald Trump hat im bizarren Streit um Grönland nun Ernst gemacht. Seine Ankündigung, ab dem 1. Februar – also in genau zwei Wochen – Zölle von 10 Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern zu erheben, ist mehr als nur Verhandlungsmasse. Es ist eine konkrete Bedrohung für die Margen der deutschen Industrie.

Sollte der Streit nicht beigelegt werden – und Trump verknüpft dies explizit mit dem Kauf Grönlands –, droht ab Juni eine Eskalation auf 25 Prozent. Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla nannte dies „imperiale Politik”, während Bundeskanzler Friedrich Merz in Dortmund warnte, Deutschland befinde sich in einem „tiefen Umbruch”. Wenn der wichtigste Handelspartner (USA) die Mauern hochzieht und der neue Partner (Mercosur) noch Zeit braucht, um Wirkung zu entfalten, entsteht ein gefährliches Vakuum.

Wenn Rekordgewinne nicht mehr reichen

Der Blick auf die US-Berichtssaison, die gestern ihre erste große Woche beendete, offenbart eine seltsame Diskrepanz zwischen fundamentaler Stärke und nervöser Marktpsychologie.

Die Zahlen sind objektiv brillant: JPMorgan Chase und die Bank of America (BofA) übertrafen die Erwartungen deutlich. Die BofA steigerte ihren Gewinn um 12 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch die Aktienkurse der großen Banken gaben nach – Wells Fargo rutschte sogar um fast 8 Prozent ab.

Der Grund ist politischer Natur: Trumps Forderung nach einer Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent hängt wie ein Damoklesschwert über der Branche. Wenn die Politik direkt in die Preissetzungsmacht eingreift, helfen auch die besten Quartalszahlen wenig. Investoren preisen hier ein Regulierungsrisiko ein, das die Ertragsbasis der Institute fundamental verändern könnte.

Das unheimliche KI-Geständnis

Viel spannender war jedoch eine Randnotiz aus dem Analysten-Call der Bank of America. Finanzchef Alastair Borthwick ließ die Katze aus dem Sack: Die Bank werde 2026 weniger Personal einstellen, weil KI-Projekte nun greifen.

Das ist der Beweis, auf den Tech-Optimisten und Arbeitsmarkt-Pessimisten gewartet haben. Künstliche Intelligenz ist in den Bilanzen angekommen – nicht als abstrakter Umsatztreiber, sondern als knallharter Kostensenker durch Personalverzicht. Was bei der BofA beginnt, dürfte zur Blaupause für die gesamte Service-Industrie werden. Effizienzsteigerung bedeutet hier konkret: Wachstum ohne neue Köpfe.

Nachlese: Der Markt sucht Orientierung

Während die US-Industrie überraschend Lebenszeichen sendet – die Industrieproduktion stieg im Dezember gegen den Trend um 0,4 Prozent –, verarbeitet der heimische Markt noch die Nachrichten der letzten Tage. Die von uns gestern thematisierten Absatzeinbrüche bei Porsche (-10 Prozent im Gesamtjahr) wirken nach und bestätigen das Bild, dass das Label „Made in Germany” im aktuellen Preiskampf allein nicht mehr ausreicht.

Der DAX verabschiedete sich mit einem leichten Minus von 0,22 Prozent bei 25.297 Punkten ins Wochenende. Auf den ersten Blick unspektakulär, doch unter der Oberfläche brodelt es. Die Rotation raus aus klassischen Industriewerten – BASF verlor am Freitag fast 4 Prozent – hin zu Tech und defensiven Titeln setzt sich fort.

Anzeige

In diesem Marktumfeld mit erhöhter Volatilität und ständigen Sektorrotationen bietet sich eine spannende Trading-Strategie an, die ich Ihnen vorstellen möchte. Ein kostenloses Webinar zeigt, wie Sie mit einem strukturierten System gezielt von Marktbewegungen profitieren können – unabhängig davon, ob es bei Industriewerten, Tech-Aktien oder anderen Sektoren gerade nach oben oder unten geht. Die Strategie basiert auf der Kombination von technischen Ausbrüchen, Volumenanalyse und fundamentalen Auslösern und hat in der Vergangenheit durchschnittlich 62,5% Gewinn pro Trade erzielt. Konkret lernen Sie, wie Sie zwei Mal pro Woche klare Handelssignale erhalten – mit Beispielen wie Rheinmetall (+136,5%), Siemens Energy (+96,9%) oder Cameco (+60,2%). Das System funktioniert sektorübergreifend bei Aktien, Rohstoffen und Kryptos und ist so konzipiert, dass Sie nur wenige Minuten pro Woche investieren müssen. Details zur Cash-Rallye-Strategie

Was das für Sie bedeutet

Die kommende Woche wird davon geprägt sein, wie ernst die Märkte Trumps Februar-Ultimatum nehmen. Bereiten Sie sich darauf vor, dass die Volatilität zurückkehrt. Das Mercosur-Abkommen ist ein langfristiger Hoffnungsschimmer, aber die Zölle sind ein kurzfristiger Schock.

Und vielleicht sollten wir uns an die Worte von Mario Draghi erinnern. Der Ex-EZB-Chef, der 2026 den Karlspreis erhalten wird, prägte einst den Satz „Whatever it takes”. Armin Laschet merkte an, dass dieser Satz heute mehr denn je gelte. Die Frage ist nur: Gilt er diesmal für die Rettung der Währung oder für die Rettung des freien Welthandels?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes und starke Nerven für die kommende Börsenwoche.

Herzlichst,

Ihr

Felix Baarz

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 17. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...