Das Nvidia-Paradoxon, Münchner Milliarden und der leise Aderlass bei Bosch

Nvidia-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen, während der DAX von Versicherern getragen wird. Bosch bestätigt den Abbau Tausender Stellen in der Mobilitätssparte.

Die Kernpunkte:
  • Nvidia-Aktie verliert trotz Rekordergebnissen
  • DAX zeigt sich robust dank Allianz und Munich Re
  • Bosch baut in Deutschland 6.000 Stellen ab
  • Uruguay ratifiziert EU-Freihandelsabkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

die Antwort auf die gestrige Frage kam schneller als erhofft – und sie fiel ernüchternd aus. Als Nvidia am Vorabend nach US-Börsenschluss seine Zahlen präsentierte, standen ein erneuter Gewinnsprung und ein Rekordumsatz auf dem Papier. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch die Wall Street hatte andere Pläne: Die Aktie des Chip-Giganten sackte heute Nachmittag in der Spitze um knapp sechs Prozent ab und notierte zuletzt bei 187,30 US-Dollar.

Was wir hier beobachten, ist das Phänomen der eingepreisten Perfektion. Wenn die Erwartungen astronomisch sind, reicht ein „sehr gut“ nicht mehr aus. Die Sorgen vor einer KI-Blase lassen sich nicht mit Rekordquartalen zerstreuen, wenn diese Rekorde bereits im Kurs stecken. Nvidia zog prompt den gesamten Nasdaq-Composite um 1,6 Prozent mit in die Tiefe.

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Während Nvidia mit den astronomischen Erwartungen der Anleger kämpft, hat Tech-Experte Bernd Wünsche in seiner aktuellen Analyse einen anderen Chip-Player identifiziert, der vom globalen Halbleiter-Boom massiv profitieren könnte. In seinem kostenlosen Webinar analysiert er den Chip-Krieg zwischen USA und China und zeigt, welches Unternehmen als „neue Nvidia“ vom 280-Milliarden-Dollar CHIPS Act der US-Regierung besonders profitieren dürfte. Sie erfahren konkret, warum dieser Halbleiter-Konzern mit über 40 Milliarden Dollar Jahresumsatz aktuell noch unterbewertet ist und wie die geopolitische Neuordnung der Chip-Industrie neue Investmentchancen eröffnet. Wünsche erklärt detailliert die Marktstellung des Unternehmens, seine Rolle im KI-Ökosystem und warum führende Analysten von einem Comeback dieser Halbleiter-Legende sprechen. Details zur Chip-Analyse und dem identifizierten Unternehmen

Doch während die US-Märkte unter dem Gewicht ihrer eigenen Tech-Erwartungen ächzten, zeigte sich Frankfurt von einer erstaunlich robusten Seite.

Die Renaissance der Langeweile

Der DAX schüttelte seine anfänglichen Verluste souverän ab und schloss 0,45 Prozent höher bei 25.289 Punkten. Damit bleibt das Allzeithoch vom Januar bei 25.507 Punkten in greifbarer Nähe. Getragen wurde diese Resilienz nicht von Tech-Fantasien, sondern von solider, fast schon unspektakulärer Old Economy – allen voran den Münchner Versicherungsgiganten.

Die Allianz lieferte Zahlen, die das Herz konservativer Anleger höherschlagen lassen: Das operative Ergebnis kletterte um gut acht Prozent auf knapp 17,4 Milliarden Euro. Garniert mit einer höheren Dividende und einem massiven Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2,5 Milliarden Euro. Die Aktie belohnte dies mit einem Plus von 0,84 Prozent.

Der Kontrast zum Nachbarn Munich Re ist aufschlussreich. Der Rückversicherer meldete zwar ebenfalls einen Rekordüberschuss von 6,1 Milliarden Euro – ein Plus von über sieben Prozent –, verfehlte damit aber die extrem optimistischen Analystenschätzungen. Die Quittung: ein Minus von 0,72 Prozent. Auch in der Versicherungsbranche ist Erwartungsmanagement mittlerweile genauso wichtig wie die Bilanz selbst.

Der stille Schmerz der Realwirtschaft

Wer den Blick vom Frankfurter Parkett abwendet und in die Fabrikhallen der Republik schaut, erkennt eine andere Wirklichkeit. Bosch-Chef Stefan Hartung bestätigte heute, dass der weltgrößte Autozulieferer in seiner Mobilitätssparte in Deutschland bereits rund 6.000 Stellen abgebaut hat. Ein stiller, weil weitgehend freiwilliger Aderlass – doch symptomatisch für die gesamte Branche. Insgesamt stehen bei Bosch 22.000 Stellen auf der Kippe.

Die verhaltene Nachfrage nach Elektroautos und der strukturelle Wandel fordern ihren Tribut. Eine schmerzhafte Transformation, die in starkem Kontrast zur relativen Sorglosigkeit der Finanzmärkte steht.

Dass diese Themen politisch durchschlagen, zeigt ein Blick auf Hartungs Heimatbundesland. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März rücken die Grünen laut einer aktuellen Infratest-Umfrage mit 27 Prozent bis auf einen Prozentpunkt an die CDU heran. Die wirtschaftliche Unsicherheit im industriellen Herzen Deutschlands macht das Rennen um den Ministerpräsidentenposten so offen wie lange nicht.

Ein Lichtblick für den Freihandel

Für unsere exportgetriebene Industrie gab es heute immerhin ein leises, aber wichtiges Signal aus Südamerika: Das Parlament in Uruguay hat als erstes Mercosur-Land das Freihandelsabkommen mit der EU ratifiziert. Auch Argentinien bereitet die Abstimmung vor. In einer Zeit, in der protektionistische Töne lauter werden, ist dies ein essenzieller Schritt. Der Ball liegt nun bei der EU-Kommission, das Abkommen vorläufig anzuwenden – ein Schritt, auf den gerade die deutsche Wirtschaft händeringend wartet.

Was sonst noch wichtig war

Bayer punktet in der Forschung: Der Leverkusener Konzern konnte mit einer Kombinationstherapie seines Medikaments Xofigo einen klinischen Studienerfolg bei der Behandlung von Prostatakrebs erzielen. Eine dringend benötigte positive Nachricht für das gebeutelte Unternehmen.

Ruhe am Anleihemarkt: Die Kurse deutscher Bundesanleihen legten heute leicht zu. Die Rendite der zehnjährigen Papiere pendelte sich bei 2,69 Prozent ein. Die stärkere Ausweitung der Geldmenge M3 in der Eurozone wurde von den Märkten gelassen aufgenommen, da die monetäre Expansion insgesamt moderat bleibt.

Mein Takeaway für Sie

Wir erleben derzeit eine bemerkenswerte Zweiteilung. Auf der einen Seite ein Kapitalmarkt, der extrem sensibel auf kleinste Risse in der Tech-Wachstumsstory reagiert, aber traditionelle Cashflow-Maschinen wie die Allianz belohnt. Auf der anderen Seite eine Realwirtschaft im tiefgreifenden Umbau. Der DAX mag nahe seinem Rekordhoch notieren, doch die 6.000 gestrichenen Stellen bei Bosch erinnern uns daran, dass Börse und Wirtschaft oft unterschiedlichen Taktungen folgen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Donnerstagabend und morgen einen erfolgreichen Wochenausklang.

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