Das Stagflations-Gespenst ist zurück: Job-Schock trifft auf 90-Dollar-Öl
Ein schwacher US-Arbeitsmarkt trifft auf steigende Ölpreise und schürt Stagflationsängste. Der DAX erlebt seine schlechteste Woche seit einem Jahr.

- USA verlieren überraschend 92.000 Jobs
- Brent-Ölpreis steigt über 90 Dollar pro Barrel
- DAX verzeichnet schwächste Woche seit März 2025
- EZB steht vor schwieriger Zinsentscheidung
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt diese seltenen Momente an den Finanzmärkten, in denen zwei völlig unterschiedliche Datenpunkte zur gleichen Zeit eintreffen – und ein Wort wiederbeleben, das Notenbanker mehr fürchten als alles andere: Stagflation.
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Genau dieses Szenario entfaltete sich am heutigen Freitag. Während die geopolitische Lage am Golf die Energiepreise unerbittlich nach oben treibt, sandte die größte Volkswirtschaft der Welt ein unmissverständliches Schwächesignal. Die Antwort auf die Frage, die ich Ihnen gestern stellte – ob sich die Hormus-Blockade auf die Realwirtschaft durchschlägt – kam schneller und härter als befürchtet.
Der amerikanische Beschäftigungs-Schock
Um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit herrschte auf den Handelssälen plötzliche Ernüchterung. Das US-Arbeitsministerium verkündete für den Februar einen Abbau von 92.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Zur Einordnung: Volkswirte hatten mit einem Aufbau von rund 55.000 Jobs gerechnet. Allein der Privatsektor verlor 86.000 Stellen – der schlechteste Wert seit dem Corona-Schock 2020. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,3 auf 4,4 Prozent.
Teile des Rückgangs lassen sich durch Streiks im Gesundheitswesen und Stellenabbau bei der US-Bundesregierung erklären. Doch das Gesamtbild trübt sich massiv ein. Bereits im Januar waren die Einzelhandelsumsätze um 0,2 Prozent gesunken. Die amerikanischen Wirtschaftsmotoren stottern hörbar.
Normalerweise wäre dies der Moment, in dem die Märkte nach Zinssenkungen der Fed rufen. Doch genau hier schnappt die Falle zu.
Die 90-Dollar-Marke und das Dilemma der Notenbank
Während die US-Wirtschaft abkühlt, heizt sich die Inflation von außen wieder auf. Der Preis für Brent-Öl schoss heute um über 6 Prozent nach oben und durchbrach die Marke von 90 Dollar pro Barrel – zeitweise notierte die Nordseesorte bei 90,83 Dollar. US-Leichtöl zog sogar um fast 10 Prozent auf knapp 89 Dollar an.
Der Grund liegt auf der Hand: Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Straße von Hormus faktisch blockiert. Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur, versuchte heute in Brüssel zwar zu beruhigen – es gebe „keine weltweite Ölknappheit“, sondern lediglich ein Logistikproblem. Für die Preisbildung an den Zapfsäulen und in den Fabriken ist diese Unterscheidung allerdings irrelevant.
Für die Fed entsteht dadurch eine fast unlösbare Zwickmühle: Senkt sie die Zinsen, um den Arbeitsmarkt zu stützen, befeuert sie die importierte Inflation. Hält sie die Zinsen hoch, riskiert sie eine tiefe Rezession. Die Märkte haben ihr Urteil bereits gefällt: Das FedWatch-Tool taxiert die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause im März auf erdrückende 95,3 Prozent. Die Atlanta Fed sieht sogar eine 25-prozentige Chance, dass der Leitzins bis Dezember unangetastet bleibt.
Frankfurts schwärzeste Woche seit einem Jahr
Für den DAX war diese Gemengelage zu viel. Der deutsche Leitindex konnte sich zwar zum Handelsschluss von seinen Tagestiefs lösen und verabschiedete sich mit einem Plus von rund 0,8 Prozent bei knapp 24.000 Punkten ins Wochenende. Doch das darf nicht über die Dramatik der Gesamtwoche hinwegtäuschen.
Ein Verlust von 5,1 Prozent markiert die schwächste DAX-Woche seit März 2025. Konjunktursorgen gepaart mit Inflationsängsten – das ist das Kryptonit für europäische Aktien. Auch der Euro geriet unter Druck und fiel zum Dollar auf 1,1570, da das US-Geld in Krisenzeiten einmal mehr als sicherer Hafen angesteuert wird.
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Kollateralschäden: Von Schweizer Zähnen bis zu KI-Chips
Wie brutal sich das aktuelle Umfeld auf europäische Mittelständler auswirkt, zeigte heute der Schweizer Dentaltechnik-Konzern Coltene: ein operativer Gewinneinbruch von fast 22 Prozent für 2025, eine gekappte Dividende, die Verschiebung der Mittelfristziele von 2027 auf 2028. Die Gründe lesen sich wie ein Lehrbuch der aktuellen Makro-Krise – US-Strafzölle und ein drückend starker Heimatfranken. Die Aktie stürzte zeitweise um über 6 Prozent ab.
Der handelspolitische Druck aus Washington dürfte eher zu- als abnehmen. Die Trump-Administration plant bereits die nächsten Exportbeschränkungen – diesmal für hochmoderne KI-Chips von Nvidia und AMD. Die Logik dahinter: Großabnehmer im Ausland sollen gezwungen werden, direkt in die US-Infrastruktur zu investieren, wenn sie an die begehrten Prozessoren kommen wollen.
Apropos KI: Die Technologie beginnt zunehmend, die Jobs ihrer eigenen Schöpfer zu fressen. Nach Block bereitet laut aktuellen Berichten nun auch Oracle einen massiven Stellenabbau vor, um seine milliardenschweren Wetten auf Künstliche Intelligenz zu finanzieren.
Was bleibt von dieser Woche?
Wir erleben derzeit eine fundamentale Neubewertung von Risiken. Die Annahme, man könne Kriege im Nahen Osten isolieren, ohne dass sie auf globale Lieferketten und Inflationsraten durchschlagen, hat sich pulverisiert. In den letzten 100 Stunden gaben die USA laut CSIS-Schätzungen bereits 3,7 Milliarden Dollar für den Iran-Einsatz aus.
Für Europa bedeutet dies höchste Alarmbereitschaft – ökonomisch, logistisch, sicherheitspolitisch. Während Evakuierungsflüge für über 30.000 gestrandete Deutsche im Nahen Osten zum Hochrisiko-Unternehmen werden, warnen hiesige Sicherheitsbehörden vor iranischen Schläferzellen, die sich mit der organisierten Kriminalität vernetzen.
Die kommende Woche wird zeigen, ob die Europäische Zentralbank angesichts des Ölpreis-Schocks ihre eigene Zinsstrategie überdenken muss. Das Stagflations-Gespenst ist jedenfalls offiziell zurück – und es dürfte so schnell nicht wieder verschwinden.
Ich wünsche Ihnen trotz dieser unruhigen Zeiten ein erholsames Wochenende.
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