Das transatlantische Preis-Paradoxon, goldene Fluchtreflexe und BASFs harter Schnitt

Während US-Inflationsdaten Zinssenkungshoffnungen dämpfen, zeigt sich der DAX robust. BASF streicht Tausende Stellen, VW erreicht zwei Millionen ausgelieferte Elektroautos.

Die Kernpunkte:
  • US-Erzeugerpreise steigen stärker als prognostiziert
  • Deutsche Inflation sinkt unter die Zwei-Prozent-Marke
  • Gold profitiert von geopolitischen Spannungen
  • BASF kündigt Abbau von 4.800 Arbeitsplätzen an

Liebe Leserinnen und Leser,

die Wege trennen sich – und zwar deutlich. Während Washington am heutigen Freitag mit einem unerwartet hartnäckigen Inflationsbericht rang, atmet Frankfurt auf. Es sind Tage wie dieser, an denen sich das transatlantische Auseinanderdriften nicht mehr leugnen lässt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?

Die Wall Street geht mit rotem Vorzeichen ins Wochenende, gedrückt von Preisdaten, die alle Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen zunichtemachen. Der DAX hingegen bewies bemerkenswerte Standfestigkeit und koppelte sich nahezu vollständig von der US-Schwäche ab. Robert Halver von der Baader Bank brachte es auf den Punkt: Anleger entdecken europäische Aktien wieder.

Inflation: Amerika zuckt, Europa entspannt sich

Die Zahlen aus Washington wirkten wie ein kalter Schauer. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat – deutlich stärker als erwartet. Auf Jahressicht kletterte die Rate auf 2,9 Prozent. Besonders brisant: Die Kernrate ohne Nahrung und Energie schoss um 3,6 Prozent nach oben, der stärkste Anstieg seit März 2025.

Woher der Druck? Analyst Samuel Tombs von Pantheon sieht bereits die neuen Trump-Zölle bei den Kunden ankommen. Die Konsequenz ist absehbar: Die Fed dürfte im März die Füße stillhalten. US-Tech-Werte quittierten das umgehend mit Verlusten.

Der Kontrast zu Deutschland könnte kaum schärfer sein. Hierzulande fiel die Inflationsrate im Februar auf 1,9 Prozent – wieder unter der magischen Zwei-Prozent-Marke. Günstigere Energie und stagnierende Lebensmittelpreise verschaffen Verbrauchern und EZB gleichermaßen Luft. Der DAX hielt sich stabil bei 25.284 Punkten, nur einen Wimpernschlag unter dem massiven Widerstand bei 25.300 Zählern.

Anzeige

Während US-Tech-Werte kurzfristig unter Zinsdruck leiden, eröffnet sich langfristig eine außergewöhnliche Chance im Halbleiter-Sektor. Tech-Experte Bernd Wünsche analysiert in seinem aktuellen Webinar den Chip-Krieg zwischen USA und China und stellt eine Aktie vor, die er als „die neue Nvidia“ bezeichnet. Er zeigt konkret auf, wie staatliche Fördergelder von über 280 Milliarden Dollar den Sektor beflügeln und welches Unternehmen dabei als Hauptprofiteur positioniert ist. Bernd Wünsche erklärt, warum dieser Technologie-Gigant trotz geopolitischer Spannungen enormes Wachstumspotenzial besitzt und wie Anleger davon profitieren können. Sie erfahren Details zur Marktposition, zu strategischen Partnerschaften und zur konkreten Investmentstrategie. Zur kostenlosen Chip-Analyse von Bernd Wünsche

Gold glänzt, als die Geopolitik eskaliert

Dass die Stimmung an der Wall Street ins Minus drehte, lag nicht allein an den Zinsen. Ein geopolitischer Schatten legt sich über das Wochenende: Die Spannungen zwischen Washington und Teheran verunsichern die Handelssäle.

Nachdem indirekte Gespräche am Donnerstag ergebnislos endeten, häufen sich die Warnsignale. Die US-Botschaft in Israel hat nicht zwingend benötigtes Personal zur Ausreise ermächtigt. Satellitenbilder zeigen eine Aufstockung amerikanischer Militärflugzeuge auf einer saudischen Basis.

Die Reaktion der Märkte folgt dem Lehrbuch: Flucht in sichere Häfen. Gold verteuerte sich am Nachmittag auf 5.231 US-Dollar je Feinunze – nicht weit entfernt vom Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar Ende Januar. Auch Silber war gefragt und kletterte über 93 Dollar. Parallel suchten Anleger Zuflucht in Staatsanleihen, deren Kurse dies- und jenseits des Atlantiks anzogen.

BASF zieht die Reißleine, VW feiert Meilenstein

Abseits der Makro-Bühne prallten in der europäischen Industrie Schmerz und Aufbruch aufeinander.

BASF streicht 4.800 Stellen. Ein unmissverständliches Signal, wie stark die Standortbedingungen an der Substanz energieintensiver Branchen nagen. Aus München kam derweil eine andere Art schlechter Nachricht: BMW ruft weltweit über 337.000 Fahrzeuge zurück – darunter die Modelle i5, 7er und M5 der Baujahre 2022 bis 2025. Der Grund: Brandgefahr durch potenziell mangelhaft verlegte Kabelbäume.

Doch es gibt auch Aufbruch. Volkswagen meldete eine historische Marke: zwei Millionen ausgelieferte Elektroautos. Das Jubiläumsfahrzeug, ein ID.3, rollte in Zwickau vom Band. Flankiert wird dies von der tschechischen VW-Tochter Skoda, die nach weniger als einem Jahr Bauzeit eine Hightech-Fabrik für Batteriesysteme eröffnet hat. Für 205 Millionen Euro entstand in Mlada Boleslav eine Anlage, die im 60-Sekunden-Takt Batterien montiert.

Eine Randnotiz zur deutschen Realität: Wer heute Morgen pendelte, brauchte starke Nerven. Ein Warnstreik im ÖPNV legte weite Teile der Republik lahm. In Nürnberg stieg das Staulevel um 8 Uhr auf gewaltige 84 Prozent – das Dreifache des Jahresdurchschnitts.

Netflix triumphiert durch Nichtstun, IAG bestraft für Erfolg

Zum Schluss ein Blick auf die oft paradoxe Psychologie der Börse. Manchmal ist das beste Geschäft dasjenige, das man nicht macht.

Netflix ist offenbar aus dem teuren Bieterkampf um Warner Brothers ausgestiegen und überlässt Paramount das Feld. Die Investoren applaudierten dieser finanziellen Disziplin: Die Aktie sprang um 8,5 Prozent.

Ganz anders erging es der British-Airways-Mutter IAG. Der Luftfahrtkonzern präsentierte glänzende Zahlen: Der operative Gewinn stieg um 13 Prozent auf über 5 Milliarden Euro, der Überschuss sogar um 22 Prozent. Die Belohnung? Ein Kursrutsch von fast sieben Prozent. Nach dem starken Lauf auf das höchste Niveau seit 2018 nahmen Anleger im großen Stil Gewinne mit. Auch Rekordgewinne – wie sie heute die Swiss Re mit 4,8 Milliarden US-Dollar vermeldete – sind eben kein Garant für steigende Kurse, wenn die Erwartungen bereits eingepreist sind.

Was bleibt

Die Märkte bleiben anspruchsvoll, die geopolitische Lage erfordert Wachsamkeit. Doch Europas Wirtschaft zeigt sich robuster als von vielen befürchtet – und das ist nach Wochen der Verunsicherung eine Nachricht, die man mit ins Wochenende nehmen kann.

Schalten Sie ab von den Ticker-Meldungen. Die Märkte pausieren, und das sollten wir auch tun.

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...