DAX: 200-Tage-Linie als Auffangnetz

Höhere Ölpreise und US-Anleiherenditen belasteten den DAX, während die 200-Tage-Linie den Rückgang am Vormittag begrenzte.

Die Kernpunkte:
  • DAX verliert 1,03 Prozent
  • 200-Tage-Linie fängt den Index auf
  • Ölpreis steigt knapp vier Prozent
  • US-Rendite erreicht Dekadenhoch

Der Handelstag begann mit einem Rutsch und endete mit einem knappen Verlust. Dazwischen lag ein Ritt um die Marke von 25.000 Punkten, den der Index am Ende nicht gewann. Der DAX schloss 1,03 Prozent tiefer bei 24.939 Punkten.

Ein Test mit gemischtem Ergebnis

Am Vormittag fiel der Leitindex bis auf 24.831 Punkte, das war der tiefste Stand seit Ende Juli. Dort fing ihn die 200-Tage-Linie auf. Am Nachmittag machte der DAX den Verlust zeitweise komplett wett und stand bei rund 25.194 Punkten. Dann drehten schwächere US-Börsen die Stimmung erneut.

Ein Marktexperte von IG sprach von einem „wilden Ritt“ und wertete den Test der Unterstützung bei 24.800 Punkten als positives Signal. Wie belastbar sie ist, müsse sich aber erst zeigen. Technisch orientierte Beobachter sehen das vorsichtiger. Sie verweisen auf schwache Indikatoren und nennen 24.500 Punkte als nächste Anlaufstelle, falls die Linie nachgibt.

Öl und Anleihen geben den Takt vor

Der Auslöser liegt außerhalb Frankfurts. Brent stieg um knapp vier Prozent auf rund 101,70 Dollar und nährte Inflationssorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte mit 5,34 Prozent ein neues Dekadenhoch.

Starke US-Daten verschärften das Bild. Der ISM-Index der Industrie meldete einen Preisanstieg auf 77,9 Punkte nach 71,1 im Vormonat. Der Anleihemarkt preist laut Händlern bereits bis zu vier weitere Zinsschritte der Fed ein. Mitte September hatte die US-Notenbank erstmals seit 2023 die Zinsen erhöht.

Besonders zinsempfindliche Sektoren wie Banken und Immobilienwerte standen unter Druck. Der September hatte für den DAX ohnehin mit einem Minus von rund vier Prozent geendet. Vom Rekord Ende August bei 26.618,74 Punkten ist der Index damit gut sechs Prozent entfernt.

Einzelwerte mit Gegenwind und Lichtblicken

Bayer bildete mit einem Minus von 5,3 Prozent das Schlusslicht. JPMorgan-Analyst Richard Vosser hält die frühen Konsensschätzungen für das dritte Quartal für zu hoch. Auch Renk gab den vierten Tag in Folge nach, nachdem die Bank of America ihre Kaufempfehlung gestrichen hatte.

Heidelberg Materials erholte sich nach einem Tief seit April 2025 um 2,8 Prozent. Jefferies rechnet für das dritte Quartal mit Ergebniswachstum. Continental legte um 0,4 Prozent zu, UBS hält eine Anhebung der Jahresziele für möglich.

Zum Wochenschluss richten sich die Blicke auf den US-Arbeitsmarktbericht und die Inflationsdaten der Eurozone. Fällt beides heiß aus, dürfte der Zinsdruck auf die Anleihemärkte zunehmen. Dann wird die Unterstützung bei 24.800 Punkten erneut geprüft.

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