DAX 25.000 Punkte warten noch
BMWs Gewinnwarnung drückt den DAX zurück, während der Markt auf die Fed-Entscheidung unter Warsh wartet.

- BMW senkt Margenprognose drastisch
- DAX verpasst Sprung über 25.000 Punkte
- Rüstungs- und Chipwerte legen zu
- Fed-Zinsentscheidung steht im Fokus
BMW hat den DAX heute zurückgepfiffen. Nachdem der deutsche Leitindex diese Woche zweimal knapp über die 25.000-Punkte-Marke vorgestoßen war, ließ eine deutliche Gewinnwarnung des Autobauers alle Ausbruchspläne vorerst verpuffen.
BMW zieht den Sektor nach unten
Der Autobauer kappte seine Margenprognose für 2026 erheblich — von zuvor angestrebten 4 bis 6 Prozent operativer Gewinnmarge auf nur noch 1 bis 3 Prozent. Gründe sind die anhaltende Schwäche in China sowie die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Ein Analyst der Deutschen Bank nannte das Ausmaß der Kürzung überraschend. Ein JPMorgan-Analyst sprach von einem Weckruf für die gesamte Branche — und die Reaktion ließ das prompt erkennen: Mercedes-Benz verlor rund 3 Prozent, Volkswagen gut 2 Prozent. Der DAX notierte gegen Mittag bei rund 24.872 Punkten, ein leichtes Minus von 0,15 Prozent.
Indes schlugen sich andere Segmente besser. Rüstungswerte sowie die Halbleiterausrüster Aixtron und PVA TePla zogen um bis zu 5 Prozent an. Die Analysten der Investmentbank Oddo BHF bleiben für die Chipbranche optimistisch — mit Verweis auf anhaltende KI-Nachfrage.
Warsh im Mittelpunkt
Das eigentliche Thema des Tages kommt jedoch aus Washington. Um 20.00 Uhr gibt die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ihre Zinsentscheidung bekannt. Eine Änderung des Zinsniveaus erwartet niemand. Was Märkte beschäftigt, ist der Kommunikationsstil des neuen Fed-Chefs — und die Frage, wie unabhängig die Zentralbank unter Warshs Führung von politischem Druck des Weißen Hauses bleibt.
Marktbeobachter warnen: Ausweichende Antworten oder Andeutungen möglicher Zinserhöhungen könnten die Nervosität erhöhen. Auf der anderen Seite sehen manche Strategen etwaige Kursrückgänge als Kaufgelegenheit, solange die fundamentalen Rahmenbedingungen intakt bleiben.
Makroseitig liefert der Iran-Krieg weiteren Gesprächsstoff. Die Eurozone-Inflation zog im Mai auf 3,2 Prozent an — angetrieben von Energiepreisen, die im Jahresvergleich um fast 11 Prozent stiegen. Die Kernrate überraschte mit 2,6 Prozent nach oben und liegt damit deutlich über dem EZB-Ziel.
Technisch hält die Unterstützung bei rund 24.840 Punkten den DAX vorerst im Spiel. Gibt es heute Abend von Warsh klare Signale zur Fed-Unabhängigkeit und keine neuen Schocks aus dem Iran-Deal, könnte der Index seinen nächsten Anlauf auf die 25.100 Punkte schon in den kommenden Handelstagen starten.
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