DAX: 25.507er Rekordhoch in Reichweite
Geopolitische Entspannung treibt den DAX trotz hawkishem Fed-Ausblick auf Rekordkurs. Technologiewerte wie Infineon führen die Gewinner an.

- Friedensabkommen USA-Iran beflügelt Aktienmarkt
- Fed signalisiert mögliche weitere Zinserhöhungen
- Infineon und Siemens Energy legen kräftig zu
- SAP und Autobauer verlieren deutlich an Wert
Starke geopolitische Signale treffen auf eine unerwartet harte US-Notenbank. Am deutschen Aktienmarkt klaffen Erleichterung und Zinsangst weit auseinander. Die Anleger haben ihre Wahl getroffen. Der DAX ignoriert die geldpolitischen Warnsignale und setzt seine Kletterpartie fort.
Friedensabkommen sticht Fed-Ausblick
Das überraschende Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran bringt spürbare Entspannung. Ein verlängerter Waffenstillstand weckt Hoffnungen auf eine dauerhafte Lösung. Parallel dazu sinken die Ölpreise deutlich. Das lindert die Inflationssorgen der Investoren erheblich.
Auf der anderen Seite steht die US-Notenbank. Unter dem neuen Chef Kevin Warsh belässt die Fed den Leitzins unverändert. Den eigentlichen Schock liefert indes der Ausblick. Die Hälfte der Notenbanker stellt für 2026 mindestens eine weitere Zinserhöhung in Aussicht. Die erhofften Zinssenkungen rücken damit in weite Ferne.
Infineon glänzt, Autobauer rutschen ab
Am Donnerstag zeigte sich eine klare Zweiteilung auf dem Kurszettel. Technologie- und Energiewerte zogen den Index nach oben. Infineon führte das Feld mit einem Kurssprung von 6,4 Prozent an. Siemens Energy legte um 4,5 Prozent zu. Hier treiben Berichte über einen möglichen Verkauf des milliardenschweren Kompressorengeschäfts die Kurse.
Klassische Industrie- und Softwarewerte standen hingegen massiv unter Druck. SAP verlor knapp fünf Prozent an Wert. Auch die Autobauer Mercedes-Benz und BMW gaben jeweils mehr als vier Prozent nach. Die Folge: eine klare Sektorrotation.
Allzeithoch rückt in greifbare Nähe
Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt. Der DAX schloss am Donnerstag bei rund 25.027 Punkten. Damit verzeichnet der Leitindex seit Jahresbeginn ein Plus von fast zwei Prozent. Der Kurs notiert sicher über seiner 50-Tage-Linie.
Das Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten ist weniger als zwei Prozent entfernt. Ein Ausbruch über den kurzfristigen Widerstand bei 25.114 Zählern könnte die nächste Kaufwelle auslösen. Fällt der Index jedoch unter das lokale Tief von Anfang Juni, droht ein charttechnischer Rückschlag.
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