DAX: Abwarten zwischen Ölpreis und Iran
Der DAX verharrt unter der 25.000er-Marke, während steigende Ölpreise und der Nahost-Konflikt die Anleger verunsichern.

- DAX tastet sich an 25.000 Punkte heran
- Ölpreis steigt auf knapp 90 Dollar
- Nahost-Konflikt sorgt für Zurückhaltung
- EZB-Sitzung und Quartalszahlen im Fokus
Der DAX pirscht sich vorsichtig an die 25.000-Punkte-Marke heran, traut sich aber nicht so recht. Am Dienstagmorgen notierte der Leitindex bei rund 24.870 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent zum Vortag. Von echter Kauflaune keine Spur — der Markt bewegt sich im Schneckentempo zwischen zwei Kräften, die sich gegenseitig neutralisieren.
Auf der einen Seite liefern Asien und die Wall Street freundliche Vorgaben. Auf der anderen Seite bleibt der Nahe Osten die große Unbekannte. Die Angriffe in der Straße von Hormus gehen trotz laufender Vermittlungsgespräche zwischen den USA und dem Iran weiter, mittlerweile im zehnten Nächte-Zyklus. Der Ölpreis spiegelt diese Nervosität wider: Brent-Öl notiert bei knapp 90 US-Dollar je Barrel und damit spürbar über dem Niveau vor der Eskalation.
Warum die Anleger stillhalten
„Entscheidungsfindung unter Unsicherheit“ — treffender lässt sich die aktuelle Börsenphase kaum beschreiben. Niemand kann seriös vorhersagen, wie weit die Eskalationswelle noch gehen wird, und genau das lähmt das Geschäft. Wer jetzt neue Positionen aufbaut, wettet auf eine Richtung, die selbst Marktprofis nicht benennen können.
Hinzu kommt die anlaufende Berichtssaison. Diese Woche stehen die Quartalszahlen von Tesla, Alphabet, Intel, 3M und General Motors an — Schwergewichte, die auch die Stimmung hierzulande beeinflussen. Parallel dazu wartet der Markt auf die EZB-Zinssitzung am Donnerstag. Mit einer Zinsanhebung rechnet kaum jemand, doch die Aussagen zur Inflationsentwicklung dürften genau beobachtet werden.
Der Euro bewegt sich unterdessen kaum vom Fleck und pendelt um 1,1424 Dollar. Für den heutigen Tag rückt zusätzlich der ZEW-Index in den Blick, der die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktteilnehmern misst. Just diese Gruppe dürfte auf den schwelenden Nahost-Konflikt sensibel reagieren — trotz zuletzt ermutigender Reformfortschritte in Deutschland, die eigentlich für eine Aufhellung der Erwartungen sprechen würden.
Auf der Kursliste zeigt sich das übliche Bild einer Konsolidierungsphase: Infineon, Daimler Truck und die Deutsche Post führen die Gewinner an, während Brenntag, Qiagen und Siemens Healthineers zurückbleiben. Aus charttechnischer Sicht dürfte sich der DAX im Tagesverlauf in einer Spanne zwischen 24.750 und 25.000 Punkten bewegen. Ob die Marke fällt, entscheidet sich weniger an der Charttechnik als an den Nachrichten aus dem Nahen Osten.
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