DAX: Anleihen und Öl bremsen Erholung
Inflationssorgen und Verluste bei Chipwerten belasteten den DAX, während SAP und Symrise zulegten.
- Leitindex verliert 0,07 Prozent
- Ölpreis erholt sich vom Tagestief
- Infineon gibt 2,1 Prozent nach
- Symrise führt mit 3,1 Prozent
Zwei Tage ging es aufwärts, dann ging dem deutschen Leitindex die Luft aus. Der DAX schloss am Dienstag 0,07 Prozent tiefer bei 25.259,90 Punkten. Dabei hatte der Tag freundlich begonnen: Fallende Ölpreise und sinkende Renditen trugen den Index zeitweise bis nahe 25.500 Punkte.
Zinsen drehen den Tag
Am Vormittag gab Russlands teilweise Lockerung der Dieselexportbeschränkungen dem Ölmarkt Luft. Brent fiel zeitweise um rund vier Dollar. Im Tagesverlauf löste sich der Ölpreis aber wieder vom Tief, die Zinsen zogen nach. Dazu kam ein kräftiger Anstieg beim europäischen Erdgaspreis auf den höchsten Stand seit Ende 2022, was die Inflationssorgen neu anfachte.
Die Daten stützen diese Sorge. Die deutsche Inflationsrate lag im September bei 3,3 Prozent, so hoch wie seit Dezember 2023 nicht mehr. Die Zehnjahresrendite am US-Markt hielt sich bei gut 5,2 Prozent.
Am Ende scheiterte der DAX erneut an der 21-Tage-Linie bei rund 25.320 Punkten. Dort war er schon am Vortag abgeprallt.
Chipwerte belasten, Defensive gefragt
Der DAX hat nur wenige Techwerte, den weltweiten Chipausverkauf spürte er dennoch. Auslöser waren Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen, Warnungen aus der Branche und Berichte über Fortschritte des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT. Infineon verlor 2,1 Prozent. Im MDax traf es Elmos mit 6,3 Prozent, Aixtron und Suss Microtec büßten jeweils rund drei Prozent ein.
Gesucht waren dagegen Titel, die als Verlierer des KI-Booms gelten. SAP gewann 1,5 Prozent. Spitzenreiter im Index war Symrise mit 3,1 Prozent, getragen von starken Zahlen des Konkurrenten Givaudan. Auch Telekom und Vonovia zogen an. Marktbeobachter werten das weniger als neue Zuversicht denn als Suche nach günstiger bewerteten Verlierern der vergangenen Wochen.
Die US-Banken lieferten ein gemischtes Bild. JPMorgan verfehlte die Erwartungen, Goldman Sachs übertraf sie mit Rekorderlösen. Gute Zahlen reichen offenbar nicht mehr, um die Kurse zu treiben.
Was als Nächstes zählt
Charttechnisch bleibt die Lage offen. Der Index liegt deutlich unter dem Rekordhoch vom 28. August bei 26.618,74 Punkten. Eine Bestätigung des Korrekturendes sehen Chartanalysten erst oberhalb von 25.584 Punkten, die Marke von 24.786 aus der Vorwoche bildet die Unterstützung.
Am Mittwoch stehen die US-Inflationsdaten an, die Commerzbank erwartet wegen teureren Benzins einen deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise im September. Ebenfalls am Mittwoch legt ASML Zahlen vor, am Donnerstag folgt TSMC. Beide Termine dürften zeigen, ob sich der Druck auf die Chipwerte fortsetzt.
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