DAX: Anleiherenditen setzen den Ton

Der DAX verliert deutlich, angetrieben durch ein 15-Jahres-Hoch der Bundesanleiherenditen und verschärfte Zinserwartungen. Besonders Technologiewerte und CTS Eventim leiden, während SAP und Henkel gegen den Trend halten.

Die Kernpunkte:
  • Bundesrendite erreicht 15-Jahres-Hoch bei 3,11 Prozent
  • Siemens Energy und Infineon als größte DAX-Verlierer
  • CTS Eventim stürzt nach enttäuschendem Ausblick ab
  • SAP und Henkel zeigen sich mit Neuigkeiten robust

Steigende Bundesanleiherenditen drücken den DAX heute spürbar ins Minus. Die 10-jährige Bund-Rendite kletterte auf 3,11 Prozent — ein 15-Jahres-Hoch — und verschärfte damit Inflationsängste, die Anleger bereits seit Wochen beschäftigen. Der Index verlor rund 1,15 Prozent und schloss bei 22.353 Punkten.

Der Renditeanstieg hat handfeste Konsequenzen: Marktteilnehmer preisen nun mindestens zwei EZB-Zinserhöhungen für 2026 ein, mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine erste Anhebung bereits bis Mai. Höhere Zinsen belasten vor allem wachstums- und technologieorientierte Titel, deren Bewertungen unter steigenden Diskontierungssätzen leiden.

Verlierer und Gewinner im Einzelnen

Besonders hart traf es Siemens Energy, die 3,79 Prozent verloren. Auslöser war die Streichung von Morgan Stanleys Liste der Top-Aktien — als Begründung nannte die Bank das Engagement des Unternehmens im Nahen Osten. Infineon gab ebenfalls rund 3 Prozent nach.

Außerhalb des DAX sorgte CTS Eventim für Aufsehen: Die MDAX-Aktie brach um rund 15 Prozent auf 53,05 Euro ein, nachdem das Unternehmen einen enttäuschenden Ausblick für 2026 präsentiert hatte.

Gegen den Trend hielt sich SAP mit einem leichten Plus von 1,36 Prozent. Der Softwarekonzern gab Partnerschaften mit LatticeFlow AI und Prismforce bekannt, die KI-gestützte Risikomanagement- und Workforce-Funktionen in das SAP-Ökosystem integrieren sollen. Henkel bestätigte zudem die Übernahme des US-Haarpflegespezialisten Olaplex für rund 1,4 Milliarden US-Dollar — eine Erweiterung des Premium-Portfolios, die den Kurs stützte.

Technische Lage bleibt angespannt

Mit dem Rutsch unter 22.400 Punkte hat der DAX eine kurzfristige Unterstützungszone verlassen. Das Tagestief bei 22.210 Punkten gilt nun als nächste relevante Marke, darunter wartet das März-Tief bei 21.864 Punkten. Zum Vergleich: Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 24.151 Punkten — der Abstand dorthin beträgt mittlerweile fast 7,5 Prozent. Für eine Erholung müsste der Index zunächst das gestrige Tageshoch bei 22.813 Punkten zurückerobern.

Das Marktumfeld bleibt belastet, solange Anleiherenditen hoch bleiben und die EZB-Erwartungen weiter in Richtung Zinserhöhung driften. Die Reaktion der US-Märkte auf die jüngsten Inflationsdaten dürfte am Montag die nächste Richtungsentscheidung liefern.

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 27. März liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu DAX