DAX Aufwärtstrend trotz Nahost-Rauschen

Der DAX zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen robust und startet mit einem Plus von 0,8 Prozent in den Handelstag.

Die Kernpunkte:
  • DAX legt 0,8 Prozent zu
  • Geopolitische Lage bleibt angespannt
  • Technische Indikatoren senden Kaufsignale
  • US-Arbeitsmarktdaten als nächster Impuls

Der DAX hat einen holprigen Wochenstart hinter sich — und zeigt sich davon wenig beeindruckt. Zur Eröffnung am Dienstag stand ein Aufschlag von rund 0,8 Prozent bei knapp 25.200 Punkten, nachdem der Index am Vortag in einer Spanne von 400 Punkten um die 25.000er-Marke gependelt war.

Geopolitik gibt den Takt vor

Das bestimmende Thema bleibt der Verhandlungspoker zwischen Washington und Teheran. Trump lehnte zwischenzeitlich einen Vertragsentwurf ab, die Ölpreise stiegen kurz an — doch die Märkte verdauten den Schock rasch. Trump kündigte an, er rechne „nächste Woche“ mit einer Einigung über eine Waffenruhe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Die Lage bleibt volatil: Irans Parlamentspräsident drohte bei fortgesetzten israelischen Angriffen auf den Libanon mit direkter Konfrontation, während Israels Premier Netanjahu von angekündigten Angriffen auf Beiruts südliche Vororte vorerst abrückte.

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Für den DAX bedeutet das: Immer wenn die Geopolitik kurz Pause macht, verlagert sich der Fokus der Investoren auf KI und Halbleiter — ein Muster, das sich zuletzt täglich wiederholt. An den US-Börsen schloss der S&P 500 zum zehnten Mal in Folge auf Rekordhoch, getrieben von eben diesen Themen.

Chartbild lädt zur Fortsetzung ein

Technisch hat der DAX seit seinem Mehrmonatstief Mitte März eine intakte Aufwärtsbewegung mit steigenden Hochs und Tiefs aufgebaut. Der dynamische Kursschub zwischen dem 18. und 25. Mai — vom unteren bis zum oberen Bollinger-Band — legte die Basis. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage senden allesamt Kaufsignale. Einzig die Slow Stochastik zeigt noch ein Verkaufssignal; kippt deren grüne Signallinie wieder über die rote, wäre auch dieser Indikator im Einklang mit dem Trend.

Das erste relevante Ziel auf der Oberseite liegt beim Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.510 Punkten. Ein Ausbruch darüber könnte die Marke von 26.000 Punkten ins Visier rücken. Auf der Unterseite gilt 24.282 Punkte als kritische Schwelle — fällt der Index nachhaltig darunter, wäre das bullishe Szenario hinfällig.

Makrodaten als nächster Impulsgeber

Neben der Geopolitik stehen heute die JOLTS-Stellenangebote aus den USA im Kalender. Die Daten gelten als wichtiger Vorgeschmack auf den Zustand des US-Arbeitsmarkts — und damit als Signal für die Fed-Sitzung Mitte Juni. Parallel rückt die EZB-Ratssitzung in der kommenden Woche näher, die ebenfalls ihre Schatten vorauswirft. Wer auf frische Unternehmensimpulse wartet, wird heute eher enttäuscht: Marktbewegende Nachrichten aus dem DAX-Umfeld sind rar.

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