DAX: Ausbruch trotz Tech-Schwäche

Der deutsche Leitindex überwand seinen Korrekturtrend; 25.750 Punkte gelten als nächste wichtige Hürde.

Die Kernpunkte:
  • DAX überwindet den Korrekturtrend
  • Nasdaq 100 verliert am Freitag 2,5 Prozent
  • 25.750 Punkte bilden den nächsten Widerstand
  • Unter 25.133 Punkten droht ein erneuter Test

Während US-Technologiewerte unter Finanzierungssorgen leiden, hat sich der deutsche Leitindex aus seinem Abwärtstrend befreit. Die Frage ist, ob der Schwung am Wochenstart trägt. Vorbörslich deutete sich zunächst eine kleine Verschnaufpause an.

Warum der DAX vergleichsweise stabil bleibt

Der Nasdaq 100 sackte am Freitag um 2,5 Prozent ab und fiel auf den tiefsten Stand seit vier Wochen. Auslöser sind Sorgen über die Kosten, mit denen KI-Konzerne ihren Ausbau finanzieren. Hinzu kommen Inflationsängste wegen hoher Ölpreise. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen nähert sich zudem ihrem Zehn-Jahres-Hoch.

Der DAX ist weniger technologielastig und kam deshalb besser durch die Woche. Er überwand den Korrekturtrend, der seit dem Rekord von 26.618 Punkten Ende August bestand. Am Freitag erreichte er die 50-Tage-Linie, zuletzt notierte er bei rund 25.620 Punkten.

Beruhigende Töne kommen von JPMorgan-Stratege Mislav Matejka. Der Anstieg der Anleihezinsen sei übertrieben, eine Stabilisierung dürfte einsetzen. Bis zum Jahresende erwartet die Bank niedrigere Renditen.

Die Marken, auf die es jetzt ankommt

Charttechnisch ist der Index über die Frühjahrshochs bei 25.507 Punkten gestiegen. Als nächster Widerstand gilt die Zone bei 25.750 Punkten. Erst ein nachhaltiger Anstieg über 25.800 Punkte würde den Weg zu 25.900 und 26.080 Punkten ebnen.

Hinter dem Ausbruch steht eine mögliche inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die sich zwischen 24.792 und 25.750 Punkten erstreckt. Löst sie sich nach oben auf, rückt das Rekordhoch in Reichweite. Das mittelfristige Ziel der Charttechniker liegt bei 27.500 Punkten.

Nach unten bleibt die Lage anfällig. Das Vorwochentief bei 25.133 Punkten sollte halten. Fällt der Index darunter, wird ein erneuter Test der Oktobertiefs bei 24.792 Punkten wahrscheinlicher. Unterschreitet er zusätzlich den 200-Tage-Durchschnitt, wären Rückgänge bis 24.480 und sogar 23.968 Punkte denkbar.

Ölpreis und Frankreich als Störfaktoren

Brent gab zum Wochenauftakt um knapp zwei Prozent auf rund 108 Dollar nach, nachdem der Preis am Freitag bis auf 110 Dollar gestiegen war. Neue Angriffe auf Tanker im Persischen Golf und auf russische Energieanlagen halten die Versorgungssorgen am Leben.

In Frankreich steht am Dienstag die Haushaltsabstimmung an, nach landesweiten Protesten ist die Regierung unter Druck. Der VDAX-New lag zuletzt bei 16,81 Prozent und signalisiert damit normale Nervosität.

Kurzfristig entscheidet sich viel an der Zone um 25.750 Punkte. Gelingt dort ein Tagesschluss darüber, ist der Weg zu 26.080 Punkten frei. Rutscht der DAX unter 25.133 Punkte, steht die Bodenbildung auf dem Prüfstand.

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