DAX: Ausverkauf beendet Halbjahr!

Der deutsche Leitindex fällt zum Halbjahresende um 1,29 Prozent. Belastend wirken Sorgen um Halbleiter und der Angriff auf ein Frachtschiff.

Die Kernpunkte:
  • DAX schließt bei 24.671 Punkten
  • Halbjahresplus schrumpft auf 0,54 Prozent
  • Geopolitische Spannungen belasten den Markt
  • US-Arbeitsmarktbericht als nächster Impulsgeber

Das erste Börsenhalbjahr 2026 endet mit einem Dämpfer. Sorgen um den Halbleitersektor und neue geopolitische Spannungen haben den deutschen Leitindex am Freitag ins Minus gedrückt. Die Euphorie der vergangenen Monate weicht einer spürbaren Vorsicht. Kein Wunder.

Der DAX schloss bei 24.671 Punkten und verlor damit 1,29 Prozent. Auf Sicht des gesamten Halbjahres bleibt den Anlegern lediglich ein minimales Plus von 0,54 Prozent. Vom Allzeithoch bei rund 25.507 Zählern aus dem Januar ist der Markt mittlerweile weit entfernt.

Halbleiter-Sorgen und Nahost-Konflikt

Der Rücksetzer resultiert aus einem globalen Stimmungsumschwung. Investoren hinterfragen die hohen Bewertungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Analysten warnen bereits vor einer „KI-Inflation“ durch knappe Speicherchips. Apple unterstrich diese Befürchtungen jüngst mit geplanten Preiserhöhungen für bestimmte Laptops und Tablets.

Parallel dazu belasten geopolitische Risiken. Die iranischen Revolutionsgarden griffen am Donnerstag ein Frachtschiff in der Straße von Hormus an. Das drückte zusätzlich auf die Handelsbereitschaft der Akteure.

Micron-Effekt verpufft

Dabei sah es am Donnerstag noch erfreulicher aus. Starke Quartalszahlen des US-Chipherstellers Micron Technology hatten den Markt kurzzeitig beflügelt. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen deutlich und hob seine Umsatzprognose an. Der schwache Freitag machte diese Erholungsrally allerdings vollständig zunichte.

Charttechnisch bewegt sich der Index nun auf dünnem Eis. Der Schlusskurs liegt nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 24.604 Punkten. Fällt der DAX unter das jüngste Tagestief von 24.588 Zählern, droht ein weiterer Abverkauf in Richtung der 24.000er-Marke.

US-Arbeitsmarkt bestimmt die Richtung

In der kommenden Woche blicken Investoren vor allem in die USA. Wegen des vorgezogenen Feiertags am 4. Juli erscheint der offizielle US-Arbeitsmarktbericht bereits am Donnerstag. Davor liefern die JOLTS-Daten am Dienstag und der ADP-Bericht am Mittwoch erste Indikationen.

Experten erwarten vorerst keine großen Sprünge. Die Landesbank Helaba hält an ihrem Jahresziel von 25.000 Punkten fest. Marktanalyst Timo Emden spricht treffend von einer lethargischen Schaukelbörse. Erst die konkreten US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag dürften die nächste größere Bewegung auslösen.

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