DAX: Bremsspur nach dem Rekordhoch
Der DAX gibt nach dem Rekordhoch weiter nach. Höhere Ölpreise und Anleiherenditen erhöhen den Druck, während der langfristige Trend intakt bleibt.

- Leitindex verliert am Mittwoch weiter
- Brent steigt über 95 Dollar
- MDAX büßt stärker als DAX ein
- 50-Tage-Linie bietet nächste Unterstützung
Der DAX kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Allzeithoch vom vergangenen Freitag bei 26.618,74 Punkten geht die Korrektur auch am Mittwoch weiter – allerdings mit angezogener Handbremse.
Rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn verlor der Leitindex nur noch 0,24 Prozent auf 25.907 Punkte. Zum Vergleich: Der Start in den Tag war mit einem Minus von 0,32 Prozent auf 25.886,67 Punkte noch deutlicher ausgefallen. Am Juli-Zwischenhoch bei 25.900 Punkten fand der Index damit zunächst Halt – ein Signal, dass die Verkäufer nicht mehr ganz so viel Nachdruck entwickeln wie in den Tagen zuvor.
Öl und Anleihen als Belastung
Der eigentliche Treiber der Schwäche liegt nicht im DAX selbst, sondern an den Rohstoff- und Anleihemärkten. Die anhaltenden gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran treiben den Ölpreis nach oben – Brent kostet aktuell mehr als 95 Dollar pro Barrel, der höchste Stand seit Mitte Juni. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen, und diese wiederum befeuern die Furcht vor strafferer Geldpolitik.
Genau das spiegelt sich in den Anleihemärkten wider: Die Renditen von US-Staatsanleihen ziehen an und machen Aktienengagements zunehmend unattraktiver. Hinzu kommen schwache Vorgaben aus Asien – Nikkei und KOSPI gaben deutlich nach, weil technologielastige Indizes besonders empfindlich auf steigende Zinssorgen reagieren. Der MDAX der mittelgroßen Werte verlor am Morgen mit 0,77 Prozent auf 31.926 Punkte sogar stärker als der DAX.
Charttechnisch am unteren Bollinger-Band
Nach dem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch am 28. August war der Index bis in den überkauften Bereich über das obere Bollinger-Band gestiegen. Die Gegenreaktion der vergangenen beiden Handelstage hat ihn seither bis zum unteren Bollinger-Band zurückgeführt.
Gleitender Durchschnitt der letzten 20 Tage und Slow Stochastik senden derzeit Verkaufssignale, während die langfristigen Durchschnitte der letzten 50 und 200 Tage weiterhin auf Kaufsignale stehen – der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt damit intakt.
Als erste Erholungsmarke gilt das Tagestief vom 31. August bei 26.251 Punkten, darüber liegt mit dem Allzeithoch bei 26.616 Punkten die nächste Hürde. Auf der Unterseite markiert die 50-Tage-Linie bei rund 25.625 Punkten die nächste Auffangzone, ein nachhaltiger Bruch der Marke von 25.295 Punkten würde das positive Szenario infrage stellen.
Richtung geben dürften in den kommenden Tagen vor allem US-Konjunkturdaten – heute die ADP-Beschäftigungszahlen und die Auftragseingänge der Industrie, am Freitag der offizielle Arbeitsmarktbericht.
Spätestens mit den Notenbanksitzungen der EZB am Donnerstag und der Fed eine Woche später dürfte sich zeigen, ob der DAX aus der laufenden Konsolidierung heraus wieder Richtung Rekordmarke drehen kann oder der Rückzug in Richtung 50-Tage-Linie weitergeht.
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