DAX: Bullish Engulfing zündet

Der DAX zeigt ein klassisches Bullish-Engulfing-Muster und erobert wichtige Durchschnitte zurück. Belastungen durch Zolldrohungen und hohe Ölpreise bleiben jedoch bestehen.

Die Kernpunkte:
  • Klassisches Bullish Engulfing als Umkehrsignal
  • Wichtige gleitende Durchschnitte zurückerobert
  • Zolldrohungen belasten Autowerte
  • Hoher Ölpreis drückt auf Stimmung

Der DAX startet freundlich in die neue Handelswoche. Nach dem langen Wochenende knüpft der Index an den starken Donnerstag an — und die Charttechnik sendet dabei gleich mehrere positive Signale.

Die Trendwende vom Donnerstag

Was am vergangenen Donnerstag im Chart geschah, war bemerkenswert. Der DAX eröffnete noch am Tagestief bei 23.715 Punkten, erholte sich dann aber um fast 2,5 Prozent und schloss am Tageshoch bei 24.292 Punkten. Diese Konstellation — eine vollständige Umschließung der roten Vortageskerze nach einem Gap-Down — entspricht einem klassischen Bullish Engulfing. Charttechnisch gilt das als klares Umkehrsignal.

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Gleichzeitig gelang es dem Index, die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage zurückzuerobern. Drei Kaufsignale auf einmal. Fehlt nur noch die Slow Stochastik: Ein viertes Signal würde ausgelöst, sobald die grüne Signallinie des Oszillators die rote nachhaltig überschreitet. Statistisch betrachtet folgt auf ein solches Gap-Down-Muster in rund 63 Prozent der Fälle eine Rally von mindestens 2 Prozent innerhalb der nächsten zehn Handelstage.

Am Montagvormittag notieren die DAX-Futures rund 83 Punkte fester bei 24.470 Punkten. Das erste charttechnische Hindernis liegt beim Verlaufshoch vom 27. April bei 24.384 Punkten, dahinter wartet die Zone zwischen 24.500 und 24.800 Punkten. Gelingt der Durchbruch, könnte der Weg bis zum Tagestief vom 27. Februar bei 25.184 Punkten frei werden — ein Niveau, das zugleich eine noch offene Kurslücke schließen würde. Zum Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten fehlen damit noch gut 1.200 Punkte.

Zolldrohungen und Ölpreise trüben die Stimmung

Die Nachrichtenlage bleibt indes belastet. US-Präsident Trump kündigte am Freitag über seine Plattform Truth Social deutlich höhere Zölle auf EU-Fahrzeuge an. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen gaben im vorbörslichen Handel auf Tradegate entsprechend nach. Thyssenkrupp verlor fast 4 Prozent, nachdem der Konzern den geplanten Verkauf seiner Stahlsparte an den indischen Konkurrenten Jindal abgeblasen hatte.

Marktbeobachter werten Trumps Zollankündigungen allerdings zunehmend als Verhandlungstaktik — rasche bilaterale Gespräche zwischen Washington, Brüssel und deutschen Herstellern gelten als wahrscheinlich.

Zusätzlichen Gegenwind liefert der Ölpreis. Der Nahost-Konflikt bleibt ungelöst, die diplomatischen Fortschritte gering. Pläne der USA, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe zu eskortieren, sorgten bislang für keine Entlastung an den Energiemärkten — der Iran warnte umgehend vor einem solchen Eingreifen. Brent-Crude notiert weiterhin deutlich über 100 Dollar je Barrel und drückt auf die Kauflaune europäischer Investoren.

Für den weiteren Tagesverlauf dürften die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone sowie die Auftragseingänge der US-Industrie für Impulse sorgen. Technisch gilt: Fällt der DAX unter 22.837 Punkte zurück, ist das bullishe Szenario vom Tisch.

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