DAX: Chiphersteller trotzen dem Ölpreis

Der DAX blieb nahezu unverändert, während Halbleiterwerte zulegten. Ölpreis, Zinssorgen und anstehende EZB-Entscheidung prägten den Handel.

Die Kernpunkte:
  • Leitindex hält wichtige 26.000-Punkte-Marke
  • Brent-Preis steigt über 97 Dollar
  • Infineon gewinnt knapp sieben Prozent
  • Immobilienwerte leiden unter Zinssorgen

Der DAX kam auch am Montag nicht von der Stelle. Der Leitindex schloss bei 26.006,53 Punkten und verlor 0,15 Prozent — womit er sich zumindest über der viel beachteten Marke von 26.000 Zählern hielt. Am Freitag war der Index noch bis auf 26.167 Punkte geklettert, drehte dann aber vor der 21-Tage-Durchschnittslinie ab.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt vor allem am Ölmarkt. Nach gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende — die USA griffen drei iranische Öltanker an, nachdem iranische Streitkräfte US-Marineschiffe attackiert hatten — kletterte der Brent-Preis auf über 97 Dollar je Barrel und näherte sich der 100-Dollar-Marke.

Der Iran drohte zudem mit einer Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus. Goldman Sachs hält in einem Eskalationsszenario sogar 120 Dollar für möglich.

Halbleiter liefern Gegengewicht

Während der Ölpreis auf der Stimmung lastete, sorgten starke Vorlagen aus Asien für Kauflaune bei Chipwerten. Infineon sprang um knapp sieben Prozent nach oben, getrieben von einer Hochstufung auf „Kaufen“.

Suss Microtec, Aixtron und Elmos zogen ebenfalls kräftig an, im SDAX legte Secunet über zehn Prozent zu. Im MDAX stach Nordex mit einem Kurssprung von rund zehn Prozent heraus — Bank of America hatte die Aktie nach starkem Deutschland-Geschäft und neuen US-Aufträgen hochgestuft.

Auf der Verliererseite dominierten Zinssorgen. Immobilienwerte wie Vonovia, LEG und TAG Immobilien gaben nach, weil der Markt inzwischen drei EZB-Zinserhöhungen bis Mitte kommenden Jahres einpreist. Rückversicherer wie Münchener Rück und Hannover Rück gehörten ebenfalls zu den DAX-Schlusslichtern.

Politisch sorgte der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt für Gesprächsstoff, blieb an den Börsen aber ohne direkte Kursreaktion. Die Commerzbank sieht dennoch steigenden Druck auf die Bundesregierung und schwierigere Reformverhandlungen in der Koalition voraus.

Die US-Börsen fielen wegen eines Feiertags als Impulsgeber aus, was den ruhigen Handelsverlauf zusätzlich erklärt. Richtung geben dürfte erst die laufende Woche: Am Donnerstag entscheidet die EZB über die Zinsen — eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gilt als weitgehend ausgemacht. Am selben Tag sowie am Freitag folgen die US-Inflationsdaten, die auch für die Fed-Sitzung in der kommenden Woche als richtungsweisend gelten.

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