DAX: Deckel bei 25.800 Punkten

Der DAX verharrt unter 25.800 Punkten, während politische Unklarheit und enttäuschende Unternehmenszahlen deutsche Aktien belasten.

Die Kernpunkte:
  • DAX scheitert an 25.800 Punkten
  • Politische Unsicherheit bremst internationale Anleger
  • KWS Saat verfehlt Analystenerwartungen
  • Wacker gewinnt, Siltronic gibt nach

Der DAX kommt einfach nicht vom Fleck. Während an der Nasdaq wieder Rekorde purzeln, tritt der deutsche Leitindex auf der Stelle — und das hat handfeste Gründe.

Am Mittwoch notierte der DAX zeitweise 0,1 Prozent im Minus bei 25.548 Punkten, nachdem er seine moderaten Vormittagsgewinne nicht halten konnte. Schon am Vortag hatte sich die Erholung exakt an der 50-Tage-Durchschnittslinie festgefahren, dem Gradmesser für den mittelfristigen Trend. Der MDAX gab zur Wochenmitte um 0,3 Prozent auf 31.448 Punkte nach.

Zwei Kräfte im Patt

Am Ölmarkt gibt es durchaus Grund zur Erleichterung: Brent fiel wieder unter die Marke von 100 Dollar, nachdem US-Präsident Trump ein Treffen zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern in New York als „sehr gut“ und produktiv bezeichnet hatte. Diese Entspannungssignale im Iran-Konflikt reichen dem DAX bislang aber nicht, um sich von der Stelle zu bewegen.

Der Grund liegt nach Einschätzung von Marktbeobachtern in einer Pattsituation zweier gegenläufiger Entwicklungen: der diplomatischen Hoffnung auf der einen Seite, der politischen Unsicherheit in Deutschland auf der anderen.

Nach herben Wahlniederlagen der Regierungsparteien auf Landesebene fordern internationale Anleger offenbar erst Gewissheit über die Stabilität auf Bundesebene, bevor sie wieder stärker in deutsche Aktien investieren. Die Rally an den internationalen Börsen mit Rekordständen anderer Indizes geht am DAX bislang vorbei — der Widerstand bei 25.800 Punkten wirkt wie ein Deckel auf dem Markt.

Einzelwerte zwischen Rückkäufen und Enttäuschung

Unter den Einzelwerten sorgte vor allem KWS Saat für Aufsehen. Die Aktie brach um 7,3 Prozent ein, nachdem Umsatz und operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 hinter den Analystenschätzungen zurückblieben und auch der Ausblick enttäuschte — besonders bitter nach dem zuletzt guten Lauf des Papiers.

Bei Siltronic drückte die weitere Reduzierung des Wacker-Chemie-Anteils den Kurs um 3,4 Prozent, während die Wacker-Aktie selbst um 2,7 Prozent zulegte und damit an die Index-Spitze im MDAX kletterte.

Im DAX belastete zudem ein zurückhaltender Kommentar von Bernstein Research die Gea-Group-Aktie mit einem Minus von 0,7 Prozent: Trotz guter Auftragslage und Margenverbesserung sieht Analyst Benjamin Thielmann nach dem jüngsten Aktienrückkauf und der angehobenen Zielsetzung für 2026 vorerst keine neuen Kurstreiber.

Krones verlor rund zwei Prozent, nachdem Bernstein auch hier verhaltene Wachstumsaussichten für 2027 skizzierte und Zweifel am Umsatzziel für 2028 äußerte.

Solange die politische Lage in Deutschland ungeklärt bleibt, dürfte der Widerstand bei 25.800 Punkten die entscheidende Marke bleiben. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde signalisieren, dass internationale Anleger ihre Zurückhaltung gegenüber deutschen Aktien aufgeben.

Anzeige

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 23. September liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu DAX