DAX Doppelbelastung zum Wochenstart

Neue Spannungen zwischen Iran und Israel sowie starke US-Jobdaten setzen den deutschen Leitindex zum Wochenstart unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Raketenangriffe treiben Ölpreise
  • US-Arbeitsmarkt dämpft Zinssenkungshoffnungen
  • DAX fällt unter wichtige Trendlinie
  • Charttechnische Unterstützung bei 24.282 Punkten

Zwei schlechte Nachrichten auf einmal — das ist selten gut für die Stimmung am Markt. Zum Wochenauftakt treffen eine neue Runde geopolitischer Eskalation und aufkeimende Zinsängste den deutschen Leitindex gleichzeitig.

Iran-Israel und der Ölpreis

Am Sonntagabend feuerte der Iran erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel. Die israelische Luftwaffe antwortete mit Angriffen auf Ziele im Westen und Zentrum des Irans. Der Konflikt, der zwischenzeitlich ruhiger erschien, ist damit wieder offen entbrannt — und mit ihm die Sorge, dass ein mögliches Atomabkommen zwischen Teheran und Washington nun endgültig vom Tisch ist. Die Ölpreise zogen daraufhin spürbar an.

Für den DAX bedeutete das einen schwachen Handelsstart: Der Index rutschte in den ersten Handelsminuten um rund 1,3 Prozent auf 24.442 Punkte — und damit deutlich unter die 21-Tage-Linie bei rund 24.700 Punkten, die als kurzfristiger Trendindikator gilt.

Starke US-Jobs, schlechte Nachrichten für Zinshoffnungen

Der zweite Belastungsfaktor kam bereits am Freitagabend aus den USA. Unerwartet starke Arbeitsmarktdaten befeuerten die Sorge vor hartnäckiger Inflation und dämpften Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed erheblich. Die Folge: Gewinnmitnahmen, vor allem bei Technologiewerten, beschleunigten sich an der Wall Street. Die negativen Impulse strahlten über das Wochenende auf die asiatischen Märkte aus — besonders stark traf es technologielastige Börsen in Tokio, Taiwan und Südkorea.

Das passt schlecht zu einer Indexstruktur, die zuletzt stark von KI-Fantasie getragen worden war. Kein Wunder, dass die Risikobereitschaft heute spürbar nachlässt.

Technisches Bild bleibt intakt — vorerst

Charttechnisch hat der DAX seit seinem Mehrmonatstief Ende März einen kräftigen Aufwärtstrend etabliert. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage senden weiterhin Kaufsignale. Das Allzeithoch liegt bei 25.507 Punkten, markiert am 13. Januar.

Die aktuelle Konsolidierung ist insofern zweischneidig: Hält der Index die Unterstützung bei rund 24.282 Punkten, könnte sich die Basis für eine neue Aufwärtswelle bilden. Fällt er nachhaltig darunter, kippt das technische Bild. Der erste nennenswerte Widerstand auf dem Weg nach oben liegt bei 25.058 Punkten — dort wartet eine noch offene Kurslücke.

Die nächste Nagelprobe für den DAX liefern die US-Inflationsdaten, die im weiteren Wochenverlauf erwartet werden. Zeigen sie erneut hartnäckige Preisanstiege, dürfte der Druck auf zinssensitive Titel weiter anhalten.

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