DAX: Drei Termine, ein Nervenkitzel
Der DAX startet knapp behauptet in eine ereignisreiche Woche. Nvidia-Zahlen, neue Iran-Sanktionen und der Fed-Auftritt in Jackson Hole könnten die Richtung bestimmen.

- DAX startet knapp behauptet
- Nvidia-Zahlen am Mittwoch erwartet
- Neue US-Sanktionen gegen Iran
- Fed-Chef spricht in Jackson Hole
Der deutsche Leitindex startet knapp behauptet in eine Woche, die es in sich hat. Vorbörslich pendelt der DAX um 26.100 Punkte, nur wenige Zähler unter dem Freitagsschluss bei 26.136 Punkten. Die Marke von 26.000 Punkten bleibt dabei die entscheidende Verteidigungslinie.
Drei Ereignisse dürften die Richtung vorgeben. Am Mittwoch legt Nvidia Quartalszahlen vor, Analysten erwarten einen Umsatz von rund 92 Milliarden US-Dollar. Am Freitag spricht Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbankertreffen in Jackson Hole, während am Montag bereits neue US-Sanktionen gegen den Iran anstehen.
Marktbeobachter wie Thomas Altmann von QC Partners sehen den Index deshalb vor einer richtungsweisenden Woche — bei weiterhin niedrigen Handelsumsätzen, die größere Gewinnmitnahmen bislang verhindert haben.
Zollstreit und schwache Vorgaben aus Asien
Zusätzlichen Druck liefert der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada. Seit dem Wochenende gelten neue US-Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte im Wert von 20 Milliarden Dollar — erstmals sind damit auch Waren betroffen, die eigentlich unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen fallen. Die Börsen reagierten bislang gelassen, viele Anleger hoffen offenbar auf eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Aus Asien kommt keine Unterstützung. Der Nikkei gab nach, der südkoreanische Kospi geriet unter Druck, nachdem Samsung Electronics mit einem Ausschüttungsprogramm die Erwartungen verfehlte. Auch Alibaba stand nach einer milliardenschweren Aktienemission zur Finanzierung von KI-Investitionen kräftig unter Druck. Halbleiterwerte wie Infineon und Aixtron könnten davon in Mitleidenschaft gezogen werden.
Charttechnik bleibt zweigeteilt
Aus charttechnischer Sicht besitzt der DAX kurzfristig weiterhin Korrekturpotenzial. Ein Rutsch unter die 26.000er-Marke könnte die Schwankungen laut Marktbeobachtern spürbar verstärken. Im ungünstigeren Fall wäre ein Rückfall bis zu den Frühjahrsständen bei rund 25.507 Punkten denkbar — bildet der Index dort einen Boden, bliebe das übergeordnete Kaufsignal Richtung 27.500 Punkte intakt.
Nach oben bleibt das Allzeithoch bei 26.574 Punkten das erklärte Ziel, auch wenn der Weg dorthin angesichts der Terminlage steinig wirkt. Am Ende der Woche dürfte klarer sein, ob die Kombination aus Nvidia-Zahlen, Iran-Sanktionen und Jackson Hole den Index über die Hürde trägt oder zurück in Richtung der Unterstützungszonen drückt.
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