DAX: Erholt sich nach EZB-Druck

Der DAX gewann am Freitag 0,8 Prozent, blieb auf Wochensicht jedoch im Minus. EZB-Zinskurs und teures Öl belasteten den Markt.

Die Kernpunkte:
  • DAX schließt bei 25.560,48 Punkten
  • Ölpreise geben am Freitag nach
  • EZB-Leitzinserhöhung belastet Aktienmarkt
  • Jahresplus beträgt weiterhin 4,4 Prozent

Entlastung durch Ölpreis und US-Vorgaben

Nach einer von Unsicherheit geprägten Handelswoche konnte der deutsche Leitindex am gestrigen Freitag einen Teil seiner jüngsten Einbußen wettmachen. Der DAX beendete den Handel bei 25.560,48 Punkten, was einem Plus von 0,8 % gegenüber dem Vortag entspricht. Medienberichten zufolge wirkten vor allem wieder sinkende Ölpreise sowie positive Impulse von der Wall Street als Treiber für diese kurzfristige Gegenbewegung. Trotz der gestrigen Kursgewinne blieb die Bilanz der vergangenen fünf Handelstage jedoch belastet: Auf Wochensicht verzeichnete das Börsenbarometer einen Rückgang von rund 1,8 Prozent.

Die Entspannung am Ölmarkt am gestrigen Freitag kam für viele Anleger überraschend, nachdem die Preise für Rohöl in den vorangegangenen Tagen deutlich zugelegt hatten. Dies hatte die Sorgen vor einer anhaltend hohen Inflation befeuert und die Stimmung am Frankfurter Parkett sichtlich gedrückt.

Erst die Stabilisierung an den US-Börsen am Freitagnachmittag gab den hiesigen Notierungen den nötigen Rückhalt, um den Handelstag versöhnlich abzuschließen.

Zinsentscheidung und Inflationssorgen belasten die Woche

Im Fokus der Marktteilnehmer stand in dieser Woche vor allem die Europäische Zentralbank (EZB). Wie Reuters berichtet, hob die Notenbank am Donnerstag den Leitzins an. Dieser Schritt war zwar von vielen Marktteilnehmern erwartet worden, sorgte jedoch für zusätzlichen Verkaufsdruck am Aktienmarkt. Der DAX hatte den Donnerstagshandel mit einem deutlichen Minus abgeschlossen, da die EZB weitere Zinserhöhungen als Reaktion auf die Teuerungsraten nicht ausdrücklich ausschloss.

Zusätzlich belasteten Inflationssorgen die Wochenmitte. Am Mittwoch war der Index um 1,7 Prozent gefallen, wobei Medienberichten zufolge vor allem der Anstieg der Ölpreise auf über 100 Dollar je Barrel als Auslöser galt.

Diese Entwicklung hatte bereits den gesamten Monatsauftakt überschattet: So startete der DAX Anfang September mit deutlichen Verlusten, wobei Analysten bereits zu diesem Zeitpunkt auf die Kombination aus steigenden Zinsen, dem Ölpreisauftrieb und allgemeinen Inflationssorgen verwiesen.

Abstand zum Rekordhoch vergrößert sich

Trotz der gestrigen Erholung zeigt der Blick auf die längerfristige Entwicklung eine deutliche Abkühlung gegenüber dem Vormonat. Seit seinem Rekordhoch, das der DAX Ende August bei 26.618,74 Punkten markierte, hat der Index erheblich an Boden verloren. In der Spitze belief sich der Rückgang seit diesem Höchststand auf über 1.200 Punkte. Dies verdeutlicht, wie empfindlich der Markt derzeit auf die veränderten geldpolitischen Rahmenbedingungen und die Volatilität an den Rohstoffmärkten reagiert.

Gleichwohl bleibt die Performance für das laufende Jahr insgesamt positiv. Seit Jahresanfang verzeichnet der Index ein Plus von 4,4 %. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun verstärkt auf die kommenden Wirtschaftsdaten, die darüber entscheiden dürften, ob die Stabilisierung vom Freitag von Dauer ist oder ob der Abwärtsdruck der vergangenen Tage erneut zunimmt. Insbesondere die weitere Entwicklung der Energiepreise bleibt dabei ein zentraler Faktor für die hiesige Aktienmarktentwicklung.

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