DAX: Erholung mit Gegenwind
Der Leitindex gewinnt zum Wochenauftakt 0,2 Prozent; Notenbankbeschlüsse, Unternehmensberichte und US-Zwischenwahlen prägen die kommenden Tage.

- DAX steigt auf 25.233 Punkte
- MDAX legt stärker als der Leitindex zu
- Fed, EZB und Bank of Japan entscheiden
- 200-Tage-Linie bleibt Kaufsignal
Nach der schwachen Vorwoche versucht der Leitindex einen Neustart. Der DAX eröffnet am Montag leicht im Plus und hält sich über der Marke von 25.000 Punkten. Ob daraus mehr wird als eine Verschnaufpause, hängt von einer ungewöhnlich dichten Ereigniswoche ab.
Ölpreis, KI-Zweifel und Zinsen
In den ersten Handelsminuten legte der Index um 0,2 Prozent auf 25.233 Punkte zu. Der MDAX gewann 0,34 Prozent, der EuroStoxx 50 rutschte dagegen knapp ins Minus. In Asien überwogen die Verluste.
Die Ölpreise bleiben hoch, gaben zum Wochenstart aber etwas nach. Parallel dazu beschäftigt die Börsen weltweit die Frage, ob sich die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz zeitnah auszahlen.
Vor allem kleinere Anbieter könnten unter höheren Refinanzierungskosten leiden. Etwas Entlastung kommt von den Anleihen: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stabilisierte sich knapp unter fünf Prozent. Im Blick bleibt außerdem die angespannte Haushaltslage in Frankreich.
Die Woche selbst bringt viel Material. Neben zahlreichen Quartalszahlen aus Frankfurt und New York entscheiden Fed, EZB und Bank of Japan über ihren geldpolitischen Kurs. Hinzu kommen die US-Zwischenwahlen. Umfragen sehen die Republikaner von Präsident Donald Trump angesichts hoher Ölpreise unter Druck. Heute richtet sich der Blick zunächst auf das Ifo-Geschäftsklima für Oktober.
Technisches Bild: Gegenreaktion nach Überhitzung
Charttechnisch ist die Lage gemischt. Der DAX war bis Mittwoch über das obere Bollinger-Band gestiegen, also in überkauftes Terrain. Am Donnerstag und Freitag folgte die Gegenbewegung, die den Index unter den gleitenden 20-Tage-Durchschnitt drückte. Die Slow Stochastik sendete zudem ein Verkaufssignal. Das Kaufsignal des 200-Tage-Durchschnitts bleibt dagegen intakt.
Die wichtigsten Marken im Überblick:
- Widerstand 1: Tageshoch vom 23. Oktober bei 25.367 Punkten
- Widerstand 2: Verlaufshoch vom 21. Oktober bei 25.713 Punkten
- Unterstützung 1: Tagestief vom 23. Oktober bei 25.008 Punkten
- Unterstützung 2: 200-Tage-Linie bei 24.880 Punkten
Statistisch spricht nach einem Gap Down einiges für eine Erholung. Seit dem Jahr 2000 folgte in den zehn Handelstagen danach mit einer Wahrscheinlichkeit von 59 Prozent eine Rally von vier Prozent. Ein Rückgang in dieser Größenordnung trat in 29 Prozent der Fälle ein.
Gelingt die Rückeroberung des 20-Tage-Durchschnitts, entstünde ein neues Kaufsignal, und die Marke von 25.367 Punkten rückte ins Visier. Fällt der DAX dagegen nachhaltig unter 24.880 Punkte, wäre das Erholungsszenario hinfällig.
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