DAX: Erstmals über 26.000 Punkte am 3. August

Der DAX überschreitet erstmals die 26.000er-Marke, doch Experten mahnen zur Vorsicht. US-Arbeitsmarktdaten und überkaufte Indikatoren könnten die Rally gefährden.

Die Kernpunkte:
  • DAX erreicht historische 26.000 Punkte
  • Analysten warnen vor möglicher Bullenfalle
  • RSI naht überkaufte Zone bei 70
  • Thyssenkrupp-Aktionäre stimmen für Abspaltung

Der deutsche Leitindex hat in der vergangenen Woche eine historische Marke gerissen: Am 3. August sprang der DAX erstmals über 26.000 Punkte. Am Freitag schloss er bei 26.319,45 Punkten, ein Plus von 0,69 Prozent. Damit liegt der Index nur noch 0,48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26.445,18 Punkten, das er am 7. August markierte. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,69 Prozent, seit Jahresbeginn hat der DAX bereits 7,47 Prozent gewonnen.

Der Blick auf die vergangenen Jahrzehnte zeigt, wie weit der Index gekommen ist. Bei seinem Start 1988 stand der DAX bei 1.000 Punkten. Am 7. März 2000 erreichte er im Zuge der Dotcom-Euphorie ein damaliges Hoch von 8.136,16 Punkten, bevor die Lehman-Pleite im September 2008 und die Finanzkrise den Index einbrechen ließen – bis März 2009 verlor er 56 Prozent gegenüber Juli 2007. Nach dem Brexit-Votum 2016 und dem Corona-Schock 2020, der binnen Wochen ein Minus von 37 Prozent brachte, etablierte sich der Index in den vergangenen Jahren auf einem klaren Aufwärtspfad: Ende 2024 ging es erstmals über 20.000 Punkte, Anfang Januar 2026 über 25.000, und Anfang Juli markierte der DAX mit 25.655,82 Punkten einen weiteren Rekord, bevor es kurz darauf bis auf 25.900 Punkte weiterging.

Analysten warnen vor Bullenfalle

Nicht alle Marktbeobachter sehen den jüngsten Ausbruch als gesichert an. Jochen Stanzl von der Consorsbank mahnte am Freitag zur Vorsicht: Der Ausbruch über die runde Marke gelte erst dann als valide, wenn der Index dies auch über ein komplettes Wochenende hinweg bestätige. Fällt der DAX unter 25.900 Punkte zurück, drohe eine sogenannte Bullenfalle – ein Fehlausbruch, der kurzfristige Käufer auf dem falschen Fuß erwischen würde. Als Belastungsfaktor für die Stimmung nannte Stanzl den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitagnachmittag mit Spannung erwartet wurde.

Die technischen Indikatoren stützen die Vorsicht der Analysten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14-Tage-Basis liegt bei 69,7 und nähert sich damit der Schwelle von 70, ab der Marktteilnehmer üblicherweise von einer überkauften Lage sprechen. Der Index notiert zugleich rund 4,7 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für die Dynamik der jüngsten Rally, aber auch für das Risiko einer technischen Verschnaufpause.

Risikofaktor USA und Einzelwerte im Fokus

Abseits der Indexbewegung richtet sich der Blick vieler Anleger auf mögliche Ansteckungsrisiken aus den USA. Eine Studie von FactSet, veröffentlicht Anfang August, zeigt in einem Stressszenario, wie abhängig die US-Börsen von den sogenannten Magnificent Seven geworden sind: Diese sieben Technologiewerte stellen inzwischen fast 30 Prozent der US-Indexgewichtung. Bricht der Kurs dieser Aktien um 15 Prozent ein, würde der Gesamtindex laut dem Modell um 7,1 Prozent nachgeben – in einer zweiten Eskalationsstufe könnte der Nasdaq 100 sogar 35 Prozent verlieren, vergleichbar mit dem Dotcom-Crash. FactSet betont, dass es sich um eine Risikoanalyse und keine Prognose handelt, doch die Studie zeigt die Verwundbarkeit, die auch auf europäische Indizes durchschlagen könnte, sollte sich ein solches Szenario materialisieren.

Innerhalb des DAX sorgten am Freitag auch einzelne Unternehmensmeldungen für Bewegung. Die Aktionäre von Thyssenkrupp stimmten für die Abspaltung von 49 Prozent der Werkstoffhandelssparte TK Accelis, die mit 400 Standorten in 30 Ländern und einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25 zu den größeren Konzerneinheiten zählt – ein Börsengang ist geplant, als nächster Schritt soll die Stahlsparte folgen. Bei Rheinmetall zeigte sich derweil ein gespaltenes Bild: Während anhaltend starke Rüstungsaufträge für weiteres Kurspotenzial sprechen, verweisen Kritiker auf die inzwischen hohe Bewertung und das Risiko einer Korrektur. Beim Autozulieferer IAV einigten sich Unternehmen und IG Metall zudem auf einen Zukunftstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 ausschließt, wenngleich der Stellenabbau von 5.000 auf rund 2.970 Positionen bis Ende 2027 fortgesetzt wird.

Anzeige

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu DAX