DAX: Exportdaten drücken Stimmung
Schwächere Ausfuhren, hohe Renditen und teures Öl belasten den DAX; zahlreiche Aktien aus verschiedenen Branchen verlieren.

- August-Exporte blieben hinter Erwartungen zurück
- Handelsüberschuss verringerte sich spürbar
- Infineon verlor fast drei Prozent
- Jungheinrich nach Abstufung deutlich schwächer
Der Stabilisierungsversuch ist gescheitert. Der DAX rutschte zum Handelsstart unter die runde Marke von 25.000 Punkten, nachdem schon der Vortag schwach verlaufen war. Frische Außenhandelsdaten liefern zusätzlichen Gegenwind.
Ernüchternde Außenhandelszahlen
Die deutschen Exporte sanken im August überraschend und verfehlten die Erwartungen der Volkswirte deutlich. Die Importe legten zu, der Handelsüberschuss schrumpfte spürbar. Besonders die Ausfuhren in die USA, den wichtigsten Einzelmarkt, fielen gegenüber dem Vormonat merklich.
Im China-Geschäft öffnet sich die Schere weiter: Die Exporte in die Volksrepublik gehen im laufenden Jahr zurück, die Importe von dort steigen weiter. Für die exportorientierte Wirtschaft ist das ein unbequemes Signal.
Anleiherenditen und Ölpreis bremsen
Zuletzt verlor der Leitindex knapp ein Prozent auf rund 24.870 Punkte. Der MDax gab etwas stärker nach, der EuroStoxx 50 büßte 1,3 Prozent ein. Als größte Belastungsfaktoren gelten hohe Anleiherenditen und hohe Ölpreise. Auch an der Wall Street zeichnen sich laut vorbörslichen Futures Verluste ab, und der Nikkei 225 schloss deutlich im Minus.
Marktexperte Andreas Lipkow von CMC Markets sieht die Kauflaune begrenzt, solange bei Energiepreisen und Renditen keine Entspannung eintritt. Besonders alarmiert ihn, dass selbst starke Unternehmenszahlen nicht mehr für Kursgewinne sorgen. Als Beispiel nennt er die Quartalszahlen von Samsung. Sie fielen stark aus, lösten bei Halbleiteraktien aber keine Anschlusskäufe mehr aus. Er wertet das als Warnsignal für die gesamte Aktienrally.
Breite Verluste in den Branchen
Die Schwäche zeigt sich quer durch den Markt. Infineon verlor am Index-Ende fast 3 Prozent, Siemens Energy rund 1 Prozent. Die Deutsche Bank gab 1,7 Prozent ab, da die Verschuldung Frankreichs den europäischen Bankensektor belastet.
Im MDax fielen Autozulieferer auf: Aumovio und Schaeffler büßten teils mehr als 6 Prozent ein. Jungheinrich verlor 6,6 Prozent, nachdem die Bank of America die Aktie auf „Underperform“ abgestuft hatte. Fresenius Medical Care setzte die Talfahrt nach dem angekündigten Wechsel an der Konzernspitze fort und gab 1,6 Prozent nach.
Ob die 25.000 Punkte kurzfristig zurückerobert werden, hängt vor allem von Ölpreis und Anleiherenditen ab. Ohne Entspannung dort bleibt die Marke zunächst eine Hürde.
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