DAX: EZB-Entscheidung am 11. Juni im Fokus

Der DAX startet nahe seinem Jahreshoch, doch die neue Woche bringt mit EZB-Zinsentscheid und Inflationszahlen entscheidende Impulse für den weiteren Verlauf.

Die Kernpunkte:
  • DAX startet nahe 52-Wochen-Hoch
  • EZB-Zinsentscheidung am 11. Juni
  • Deutsche Inflation voraussichtlich über 3%
  • Technisch überkaufter Markt mit RSI 75,9

Der DAX geht mit Rückenwind in die neue Woche, aber auch mit klaren Prüfsteinen. Am Freitag schloss der Leitindex bei 25.104,70 Punkten, nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch. Der jüngste Anstieg wirkt stabil, der Markt ist aber technisch bereits überkauft.

Rückenwind trifft auf Risikofaktoren

Die Grundstimmung an den Aktienmärkten bleibt freundlich. Dazu kommen sinkende Ölpreise und die Hoffnung, dass sich die Lage im Iran-Konflikt beruhigt. Das stützt den DAX, solange die geopolitische Lage nicht wieder kippt.

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Parallel dazu profitiert der Markt von Themen wie Künstlicher Intelligenz, die Schwächen im Inland teilweise überdecken. Die zuletzt kräftige Aufwärtsbewegung braucht aber neue Impulse. Ohne frische Nachrichten kann die Konsolidierung schnell wieder an Gewicht gewinnen.

EZB, Inflation und PMI als Taktgeber

Im Zentrum der Woche steht die Geldpolitik. Der EZB-Rat tagt am 11. Juni, die Zinsentscheidung folgt um 14:15 Uhr, die Pressekonferenz um 14:45 Uhr. Die Märkte rechnen derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Zinsschritt nach oben.

Hinzu kommt die Inflationsseite. Für Deutschland wird bei den vorläufigen Mai-Daten ein Anstieg über drei Prozent erwartet. Auch die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone dürften unter der Expansionsmarke von 50 Punkten bleiben.

In den USA stehen ebenfalls PMI-Daten und der Arbeitsmarktbericht an. Sie liefern zusätzliche Hinweise auf die Verfassung der Weltwirtschaft. Für den DAX ist das relevant, weil jede Überraschung bei Zinsen oder Konjunktur die Richtung an der Börse schnell ändern kann.

Technisch bleibt der Trend intakt

Charttechnisch sieht das Bild weiter konstruktiv aus. Der DAX notiert rund 4,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 3,9 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 75,9 signalisiert aber eine deutlich gespannte Lage.

Nach oben bleibt das Umfeld offen, solange der Index das jüngste Zwischentief hält. Unter 24.973 Punkten könnte der Druck zunehmen. Oberhalb des Bereichs um das 52-Wochen-Hoch bleibt auch die Marke von 26.000 Punkten im Blick.

Die Hauptversammlungssaison dürfte einzelne DAX-Werte zusätzlich bewegen, vor allem rund um Dividendenabschläge. Für den Index selbst werden in dieser Woche aber vor allem EZB, Inflationsdaten und die Entwicklung im Nahen Osten den Takt vorgeben. Wenn die Ölpreise ruhig bleiben und die Konjunkturdaten nicht überraschen, bleibt der DAX in Schlagdistanz zum Rekordbereich.

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