DAX Fed-Pause, Druck bleibt

Der DAX verharrt unter 25.000 Punkten, belastet von schwachen Autowerten und einer unveränderten Fed-Politik. Der neue Notenbankchef Kevin Warsh steht vor großen Herausforderungen.

Die Kernpunkte:
  • Fed belässt Leitzins unverändert
  • DAX scheitert erneut an 25.000 Punkten
  • Automobilsektor drückt auf den Index
  • Fed-Chef Warsh unter politischem Druck

Die Fed hat geliefert — nur nicht das, was Trump sich wünschte. Zum vierten Mal in diesem Jahr beließ die US-Notenbank den Leitzins unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Für den DAX bringt das vorerst keine neuen Impulse.

Der Index schloss gestern bei 24.935 Punkten, ein hauchdünnes Plus von 0,1 Prozent. Die runde Marke von 25.000 Punkten bleibt in Sichtweite — aber unerreicht. Bereits dreimal in dieser Woche drehte der Index knapp davor nach unten.

Autos ziehen den Index nach unten

Der Schuldige ist bekannt: der Automobilsektor. Nach Volkswagen signalisierte nun auch BMW mit vorsichtigen Tönen, dass die Absatzkrise nicht ausgestanden ist. Der Preiskampf, der lange als Problem der Mittelklasse galt, erreicht zunehmend das Premiumsegment — und drückt die Margen. Porsche, VW, Mercedes-Benz und BMW bildeten gestern das Schlusslicht im Index.

Gefragt waren dagegen Bayer und die Commerzbank, die zeitweise die Kursliste anführten.

Fed-Chef Warsh auf schmalem Grat

Der eigentliche Blickfang des Tages war das Debüt von Fed-Chef Kevin Warsh. Da eine Zinssenkung ohnehin nicht erwartet wurde, konzentrierte sich der Markt auf seine begleitenden Aussagen — vor allem auf die Frage, wie unabhängig die Notenbank unter Warsh gegenüber dem politischen Druck aus dem Weißen Haus bleibt. Analysten attestierten dem neuen Notenbankchef eine anspruchsvolle Ausgangslage: Der Iran-Krieg belastet die Energiepreise, die Inflation dämpft Zinssenkungshoffnungen, und die Konjunktur zeigt zwar Stabilität, aber wenig Dynamik.

Der Ölpreis stieg gestern auf rund 80 Dollar je Fass der Sorte Brent — ein Plus von 1,5 Prozent — während der Gaspreis leicht nachgab. Gold kletterte auf rund 4.357 Dollar je Feinunze.

Der nächste Test für den DAX kommt, wenn der Automobilsektor klare Signale zur Margenentwicklung im zweiten Halbjahr liefert. Solange das ausbleibt, dürfte die 25.000-Punkte-Marke eine zähe Hürde bleiben.

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