DAX: Friedenshoffnung mit Verfallsdatum

Ein US-Friedensplan für den Iran-Konflikt ließ den DAX zunächst steigen, doch die Erholung blieb fragil. Der Ölpreis bleibt der zentrale Taktgeber für die Börsenstimmung.

Die Kernpunkte:
  • DAX gewinnt durch Friedensgerüchte vorübergehend
  • Iranische Ablehnung führt zu deutlichem Kursrückschlag
  • Ölpreis unter 100 Dollar stützt Erholung
  • Ifo-Geschäftsklima verschlechtert sich erneut

Ein 15-Punkte-Plan der USA für ein Ende des Iran-Kriegs hat am Mittwoch die Stimmung an den europäischen Börsen gedreht. Der DAX schloss 1,4 Prozent höher — allerdings nicht ohne einen bezeichnenden Rücksetzer zwischendurch.

23.000 Punkte: Gewonnen und gleich wieder verloren

Bereits vor Handelsbeginn zog der DAX spürbar an, nachdem US-Medien wie „Axios“ und die „New York Times“ über den Friedensvorschlag berichteten, den Pakistan an Teheran weitergereicht haben soll. Der Index kletterte bis auf 23.070 Punkte — und fiel am Nachmittag wieder unter die runde Marke zurück. Der Grund: Irans Militärführung wies Verhandlungsberichte zurück und bezeichnete US-Forderungen als „unlogisch“. CMC-Markets-Analyst Andreas Lipkow brachte es auf den Punkt: Die Lage werde von Gerüchten und Spekulationen getragen. Der Schlusskurs von 22.857 Punkten illustriert das Dilemma — Erholung ja, Stabilität nein.

Parallel dazu meldete das ifo-Institut einen Rückgang des Geschäftsklimaindex auf 86,4 Punkte im März, nach 88,4 im Februar. Die eingetrübten Erwartungen spiegeln wider, was der Iran-Krieg seit Ende Februar in der deutschen Wirtschaft angerichtet hat — der DAX hat in diesem Zeitraum über elf Prozent verloren.

Ölpreis als Taktgeber

Der eigentliche Kurstreiber war der Ölpreis. Brent blieb den gesamten Handelstag unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar — nach einem Kriegshoch von fast 120 Dollar ein deutliches Signal. Siemens Energy führte die DAX-Gewinnerliste mit bis zu fünf Prozent Plus an, europäische Rohstoffwerte erholten sich ebenfalls kräftig. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources hatte in vier Kriegswochen fast 19 Prozent eingebüßt.

Marktanalyst Stephen Innes von SPI Asset Management sprach von „Licht am Ende des Tunnels“, betonte aber die Fragilität der Lage. Der dominierende Faktor bleibe der Ölpreis, solange die Handelsströme durch die Straße von Hormus eingeschränkt sind — durch die in Friedenszeiten rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gastransporte fließen. Dekabank-Stratege Joachim Schallmayer warnt: Erst wenn Brent mehrere Monate lang über 100 Dollar notiert, dürften Notenbanken zu drastischen Zinserhöhungen gezwungen sein.

Jede neue Meldung aus Teheran oder Washington dürfte den DAX unmittelbar bewegen — der Index notiert weiterhin rund zehn Prozent unter seinem Jahreshoch von 25.421 Punkten und bleibt damit in einer Zone, in der Nachrichten mehr zählen als Fundamentaldaten.

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