DAX: Gelassenheit trotz Hormus-Patt

Der DAX zeigt sich unbeeindruckt von geopolitischen Spannungen und nähert sich dank positiver US-Inflationsdaten weiter seinen Rekordmarken.

Die Kernpunkte:
  • DAX klettert auf 26.445 Punkte
  • Hormus-Konflikt belastet Kurse kaum
  • US-Inflationsdaten stützen Zinssenkungshoffnung
  • Marktstimmung dreht in Gier-Region

Der DAX zeigt sich zum Wochenschluss erneut robust. Am Freitagmorgen legte der Index um 0,56 Prozent auf 26.445,99 Punkte zu und hält sich damit weiter in Rekordnähe. Auf Wochensicht dürfte am Ende ein Plus stehen, nachdem die Bilanz am Donnerstag noch leicht ins Minus gerutscht war.

Den bisherigen Schlussrekord markierte der Index am Dienstag mit 26.391,42 Punkten, das Intraday-Allzeithoch datiert vom Mittwoch bei 26.573,60 Zählern. Bemerkenswert: Die anhaltende Blockade in der Straße von Hormus zwischen den USA und dem Iran scheint die Stimmung kaum zu belasten.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners brachte es auf den Punkt — der Markt handle die Zukunft, und die werde aktuell deutlich positiver gezeichnet als die Gegenwart. Die Ölpreise bewegten sich zuletzt kaum.

US-Daten nehmen der Fed-Sorge die Spitze

Nach den Verbraucherpreisen lieferten am Donnerstag auch die US-Erzeugerpreise keine unangenehme Überraschung. Das nährt die Wette, dass die US-Notenbank im September auf eine Zinserhöhung verzichtet. Zinssensible Technologiewerte profitierten davon spürbar — die US-Indizes zogen am Donnerstagabend an, am Freitag folgten die südkoreanische und die japanische Börse.

Charttechnisch bleibt das kurzfristige Bild intakt, solange sich der Index über seinen gleitenden Durchschnitten hält. Rutscht der DAX nachhaltig darunter, rückt eine Korrektur in Richtung der langfristigen Unterstützungslinien in den Fokus — bislang gibt es dafür aber keine akuten Anzeichen.

Auffällig ist zudem die niedrige Volatilität der vergangenen Wochen. Der CNN Fear-Greed-Index notiert bei 66 Punkten und signalisiert damit „Greed“ — vor einem Monat lag der Wert noch bei 40 im Fear-Bereich. Die Stimmung hat sich also merklich gedreht, ohne bislang in die Überhitzungszone über 70 Punkte vorzustoßen.

Die kommende Handelswoche dürfte zeigen, ob die Berichtssaison ihren stützenden Charakter behält. Bereits am Montagabend werfen Marktbeobachter einen genaueren Blick auf DAX-Schwergewichte wie Rheinmetall, Siemens Energy und SAP — allesamt Titel, an denen sich entscheidet, wie weit die aktuelle Rally noch trägt.

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