DAX: Halbleiterschwäche prallt an 26.000 ab

Trotz massiver Verluste bei asiatischen Halbleiterwerten hält der DAX die Marke von 26.000 Punkten. RENK legt nach Analystenkommentar deutlich zu.

Die Kernpunkte:
  • DAX hält 26.000er Marke
  • Asiatische Chipwerte brechen ein
  • RENK-Aktie steigt nach Analystenstimme
  • Fed-Protokolle im Fokus

Während in Asien die Chipwerte reihenweise abstürzen, hält sich der deutsche Leitindex bemerkenswert gefasst. Der DAX notierte am Mittwochvormittag nur marginal im Minus bei rund 26.100 Punkten — trotz eines massiven Ausverkaufs bei Halbleiteraktien in Fernost und schwacher US-Vorgaben. Diese Robustheit wirft die Frage auf, was den Index derzeit stabilisiert.

Chipschwäche trifft auf zähen Widerstand

Der südkoreanische KOSPI, zeitweise Sinnbild des KI-Booms, hatte sich seit Jahresbeginn phasenweise mehr als verdoppelt und bis Ende Juli wieder mehr als halbiert. Die seitherige Erholung steht nun erneut unter Druck. Die Verkaufswelle erfasste auch deutsche Branchenwerte: Infineon verlor rund ein Prozent, die MDax-Titel Aixtron und Jenoptik gaben ähnlich stark nach, Elmos Semiconductor büßte knapp zwei Prozent ein.

Trotzdem hält sich der DAX über der psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten — jenem Niveau, das Marktbeobachter derzeit als essenzielle Unterstützung werten. Erst vor einer Woche hatte der Index bei 26.573 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, seither läuft er sich im Bereich um 26.500 Punkte fest.

Zinsen und Nahost belasten das Sentiment

Steigende Anleiherenditen und die angespannte Lage im Nahen Osten dämpfen weiter die Risikofreude der Anleger. Besonders zinssensitive Technologiewerte leiden unter den hohen, oft fremdfinanzierten Investitionen der Branche. Ein Silberstreif: Die risikoscheuesten Anleger dürften sich bereits im Kursrutsch vom Juli aus dem Markt verabschiedet haben.

Bei den Einzelwerten sorgte Rüstungskonzern RENK für Aufsehen. Die Aktie legte um 3,7 Prozent auf 51,81 Euro zu, nachdem ein JPMorgan-Analyst mit einem Kursziel von 75 Euro Übernahmefantasie schürte — ein konkretes Angebot sieht er zwar nicht, wohl aber erhebliches Konsolidierungspotenzial im Rüstungssektor.

Im Sog von RENK gewannen auch Hensoldt und Vincorion. Schlusslicht im SDax war Heidelberger Druckmaschinen mit einem Kursrutsch von 4,5 Prozent, nachdem das Unternehmen trotz schwacher erster Geschäftsquartalszahlen an seinen Jahreszielen festhielt.

Alle Blicke richten sich nun auf den Abend: Nach europäischem Handelsschluss veröffentlicht die US-Notenbank die Protokolle ihrer Juli-Sitzung. Anleger suchen darin nach Hinweisen, wie tief die Gräben zwischen den geldpolitischen Falken und dem Rest des Fed-Gremiums tatsächlich reichen.

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