DAX Hormus-Hoffnung bringt 25.000 zurück
Geopolitische Entspannungssignale und fallende Ölpreise katapultieren den DAX zurück über die 25.000er-Marke.

- DAX erobert 25.000-Punkte-Marke zurück
- Trump signalisiert Iran-Abkommen mit Hormus-Öffnung
- Brent-Ölpreis fällt unter 98 Dollar
- Fed-Zinserhöhung für 2027 eingepreist
Der Pfingstmontag beginnt für den deutschen Aktienmarkt mit einem klaren Aufwärtsimpuls. Der DAX springt zum Handelsstart um rund 1,2 Prozent auf über 25.181 Punkte — die runde Marke von 25.000 Zählern ist zurückerobert, zum ersten Mal seit zweieinhalb Wochen.
Der Auslöser liegt in der Geopolitik. US-Präsident Trump erklärte am Wochenende, ein Rahmenabkommen mit dem Iran sei „weitgehend ausgehandelt“ — inklusive einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus. US-Außenminister Rubio bekräftigte, ein „substanzieller Vorschlag“ liege auf dem Tisch. Erste konkrete Zeichen folgen prompt: Zwei LNG-Tanker haben die Meerenge bereits passiert, ein Supertanker mit irakischem Öl verließ erstmals seit fast drei Monaten den Persischen Golf.
Ölpreisrückgang als Zusatztreiber
Der sinkende Ölpreis verstärkt den positiven Effekt. Brent-Rohöl fiel deutlich unter 98 Dollar je Barrel und markierte damit Zwei-Wochen-Tiefs. Für exportorientierte DAX-Konzerne bedeutet das sinkende Energiekosten und — nach Monaten geopolitischer Belastung — ein freundlicheres Umfeld für die Prognoseplanung.
Allerdings bleiben die Risiken real. Trump mahnte selbst zur Geduld: „Es darf keine Fehler geben.“ Über das iranische Atomprogramm gibt es offenbar weiter keine Einigung, und Washington beharrt auf der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte als Streitpunkt. Ein finales Abkommen ist also noch nicht unterschrieben.
Geldpolitik bleibt Gegenwind
Parallel zur Geopolitik wirft die Zinsperspektive ihren Schatten. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh übernahm sein Amt in einem stagflationären Umfeld: Die Märkte preisen inzwischen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte für Januar 2027 ein — ein scharfer Kontrast zu den zwei Zinssenkungen, die Investoren vor Kriegsbeginn noch erwartet hatten. Auch die EZB steht unter Druck: Präsidentin Lagarde kündigte eine Überarbeitung der Inflationsprognosen vor der Sitzung am 11. Juni an.
Vom Rekordniveau ist der DAX trotz des heutigen Sprungs noch ein Stück entfernt. Das Allzeithoch liegt bei 25.507 Punkten, markiert am 13. Januar dieses Jahres. Ob die Iran-Diplomatie in den nächsten Tagen weiter Fahrt aufnimmt, wird auch davon abhängen, wie die US-Inflationsdaten — darunter der PCE-Preisindex für April — diese Woche ausfallen.
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