DAX: Indexänderung als Zeitenwende für klassische Banktitel?

Am deutschen Aktienmarkt wurde so etwas wie eine kleine Zeitenwende eingeläutet. Denn die Deutsche Börse AG gab Mittwochabend die neue Zusammensetzung des DAX und auch die konkrete Zusammenstellung der nun erweiterten kleineren Indices MDAX, SDAX und TecDAX bekannt. Die wichtigste Info dabei: Das DAX-Urgestein Commerzbank muss dem aufstrebenden Finanzdienstleister Wirecard weichen.

Überraschend war diese Entscheidung nicht, denn der Markt hat schon seit Monaten fest damit gerechnet und auch entsprechend spekuliert. Dennoch ist die nun getroffene Entscheidung eine Zäsur und auch Indiz für die Index-Zukunft.

Haben klassische Banken ausgedient?

Denn klassische Bankenwerte, insbesondere in Deutschland, werden zukünftig einen zunehmend schweren Stand haben. Im Gegenzug sind es die neuen Fintechs, die durch ihre Effizienz und Profitabilität bei den Investoren den Vorzug bekommen und damit letztlich auch am Kapitalmarkt für eine Zeitenwende sorgen könnten.

Was wird mit der Deutschen Bank?

Wer in diesem Zusammenhang Commerzbank sagt, muss auch Deutsche Bank sagen. Natürlich haben wir die durchaus vereinzelt geäußerte Spekulation, dass auch dieser Titel in Indexgefahr geraten ist, für etwas verfrüht und überzogen gehalten. Doch im Kern ist natürlich etwas Wahres daran. Denn auch die Deutsche Bank zeichnet sich derzeit durch eine erhebliche Ertragsschwäche aus. Der entsprechend folgerichtige schwache Kurs könnte das immer noch größte deutsche Privatinstitut zum Übernahmeziel machen, egal was die Politik dazu sagt.

Eine erste Quittung gab es bereits. Denn zum Wochenanfang flog die Deutsche Bank, ebenso wie auch der Versorger E.ON, aus dem Euro Stoxx 50. Allerdings könnte dies auch einen ganz anderen Dreh bekommen. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Unternehmen außerhalb eines großen Index und damit etwas unbeobachteter wieder auf die Füße stellen könnte. Wir werden sehen.

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