DAX: Infineon lockt zurück über 25.000

Ein schwacher US-Jobbericht stützte den DAX, während höhere Anleiherenditen und Eurozonen-Inflation Risiken bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Leitindex gewinnt 1,17 Prozent
  • Infineon steigt um 8,8 Prozent
  • US-Jobzuwachs bleibt deutlich unter Erwartungen
  • Eurozonen-Inflation erreicht 3,8 Prozent

Ein Handelstag reichte, um die Stimmung zu drehen. Nach dem Rutsch unter die 25.000er-Marke am Donnerstag, erstmals seit Juli, schloss der DAX am Freitag mit einem Plus von 1,17 Prozent bei 25.231 Punkten. Das Wochenminus schrumpfte auf 0,7 Prozent.

Jobbericht nimmt Zinsdruck

Auslöser war ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht. Im September entstanden lediglich 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren 84.000. Die Märkte preisen nun nur noch mit 16 Prozent eine Fed-Zinserhöhung im Oktober ein, zuvor waren es 22 Prozent. Timo Emden von CapTrader sprach davon, der Bericht nehme „Druck vom geldpolitischen Sorgenkessel“.

Schon vorher hatten fallende Ölpreise für Entspannung gesorgt. Brent rutschte zeitweise unter 100 Dollar, nachdem G7-Staaten die Freigabe von Ölreserven angekündigt hatten.

KI-Werte tragen den Index

Die Kursgewinne kamen vor allem aus der Technik. Infineon sprang um 8,8 Prozent und führte den Index an, im Sog neuer Rekorde beim Nasdaq 100. Siemens Energy legte um 2 Prozent zu, Hochtief um 2,8 Prozent. Der europäische Technologie-Subindex gewann 2,6 Prozent.

Adidas stieg um 1 Prozent, obwohl der Ausblick von Nike enttäuscht hatte. Marktteilnehmer sehen die Probleme des US-Konzerns als weitgehend hausgemacht. Die Commerzbank gab dagegen um 0,6 Prozent nach, nachdem RBC auf „Sector Perform“ abgestuft hatte. Die Branche stand wegen der Renditesorgen insgesamt unter Druck.

Anleihen bleiben der Risikofaktor

Die Entspannung ist fragil. Die Inflation in der Eurozone stieg im September auf 3,8 Prozent, den höchsten Wert seit drei Jahren. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt mit 5,27 Prozent über der Fünf-Prozent-Marke. Fast jenseits davon, so LBBW-Stratege Uwe Streich, entwickelte sich der US-Markt historisch nur noch unterdurchschnittlich. Hinzu kommt der Stress bei französischen Staatsanleihen, deren Renditen bei 4,85 Prozent liegen.

Der Index bleibt zudem deutlich unter dem Rekord vom 28. August, als er auf Schlussbasis 26.569,99 Punkte erreichte. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt laut Emden der zentrale Orientierungspunkt. In der neuen Woche stehen am Dienstag deutsche Auftragseingangsdaten für August an, am Mittwoch folgt die Produktion. Die DZ Bank erwartet den DAX zum Jahresende bei 27.500 Punkten.

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