DAX Jobdaten vor Feiertagspause

Der DAX bleibt in der Seitwärtsbewegung gefangen, während schwache US-Arbeitsmarktdaten neue Impulse liefern könnten.

Die Kernpunkte:
  • Seitwärtsphase unter 25.000 Punkten
  • Chip-Ausverkauf in Asien ohne Folgen
  • Bayer und adidas legen vorbörslich zu
  • US-Jobdaten als möglicher Kurstreiber

Der DAX tritt auf der Stelle – und das ausgerechnet an einem Tag, an dem in Asien reihenweise Chipwerte abstürzen. Frankfurt bleibt davon bislang seltsam unberührt. Der Grund dafür sagt mehr über die Struktur des deutschen Leitindex aus als über die Stärke der Erholung.

Seit knapp drei Wochen hängt der Index in einer Seitwärtsphase fest, gefangen unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten. Vorbörslich taxierten Broker den DAX am Donnerstag nur minimal höher, irgendwo zwischen 25.000 und 25.100 Zählern. Damit bleibt der Abstand zum Rekordhoch von 25.507 Punkten aus dem Jahresbeginn spürbar.

Chip-Ausverkauf bleibt in Asien hängen

In Südkorea musste der Handel wegen des Kursrutsches bei Samsung Electronics und SK Hynix zeitweise ausgesetzt werden – nicht zum ersten Mal in diesem Börsenjahr. Auslöser ist unter anderem Metas Einstieg ins KI-Cloud-Geschäft, der Sorgen über eine veränderte Nachfragestruktur im Halbleitersektor schürt. Der Nikkei gab deutlich nach, der Shanghai Composite ebenfalls.

Der DAX dürfte davon kaum berührt werden. Der Technologieanteil im Index ist zu gering, um den Gesamtmarkt zu bewegen. Einzig Infineon rückt in den Fokus, hält sich vorbörslich aber weitgehend stabil – passend dazu nimmt der Chiphersteller heute ein neues Werk in Dresden in Betrieb und verdoppelt damit seine Produktionskapazität am Standort.

Bayer, adidas und Eventim bewegen sich

Anleger setzen wieder verstärkt auf zyklische Werte wie BASF, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Konjunktur und fallende Energiepreise nährt diesen Ansatz – ob der konjunkturelle Wendepunkt tatsächlich da ist, muss sich erst noch zeigen. Rückenwind liefert zudem die Einigung von Union und SPD auf ein Reformpaket für Wachstum und soziale Sicherheit.

Bei den Einzelwerten sticht Bayer hervor: Die Aktie legte vorbörslich um 1,3 Prozent zu, nachdem der Konzern das US-Glyphosat-Geschäft in der eigenständigen Tochter Ruveon gebündelt hat und die Deutsche Bank die Papiere auf „Buy“ hochstufte. Adidas profitierte von JPMorgans Rückkehr zu „Overweight“, während CTS Eventim nach einer Hochstufung durch Odd BHF auf „Outperform“ um vier Prozent zulegte.

Den eigentlichen Prüfstein liefert heute die US-Konjunktur. Wegen der Feiertagspause an der Wall Street am Freitag wurden die Arbeitsmarktdaten vorgezogen – der ADP-Bericht zeigte mit 98.000 neuen Stellen bereits den schwächsten Zuwachs seit drei Monaten. Die offizielle Arbeitslosenquote wird bei 4,3 Prozent erwartet. Fällt der Bericht schwächer aus als erwartet, könnte das der DAX-Rally neuen Schub geben – ein klarer Ausbruch aus der Seitwärtsphase seit Mai würde den Weg in Richtung Rekordhoch freimachen.

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