DAX: KI-Sorgen bremsen Wochenschluss
Der DAX gibt zum Wochenschluss nach, belastet durch fallende asiatische Märkte und zunehmende Skepsis gegenüber KI-Aktien.

- DAX fällt um rund ein Prozent
- Asiatische Börsen mit starken Verlusten
- KI-Bewertungen werden kritisch hinterfragt
- Geopolitische Spannungen belasten zusätzlich
Ausgerechnet nach einem starken Donnerstag kommt der DAX zum Wochenschluss unter Druck. Vorbörsliche Indikationen zeigen den deutschen Leitindex rund ein Prozent tiefer bei etwa 24.780 Punkten — damit zeichnet sich auf Wochensicht ein kleines Minus ab.
Asien gibt den Takt vor
Der Ausverkauf kam aus Fernost. Der japanische Nikkei büßte rund fünf Prozent ein, der südkoreanische KOSPI sogar fast acht Prozent. Beide Indizes hatten zuletzt Rekordstände markiert — entsprechend hoch war der Druck, Gewinne zu sichern. Auch die chinesischen Festlandbörsen gaben nach, der CSI 300 verlor knapp drei Prozent.
Das eigentliche Thema dahinter ist die Stimmungswende bei KI-Werten. Analyst Thomas Altmann von QC Partners bringt es auf den Punkt: Die Risikoaversion unter Investoren nimmt zu, die hohen Bewertungen im KI-Sektor werden kritischer hinterfragt. Hinzu kommt eine neue Sorge: Speicherchip-Knappheit als Bremse für den KI-Ausbau — und als möglicher Inflationstreiber. Apple hat bereits angekündigt, die Preise für einige Laptops und Tablets anzuheben.
Geopolitik als Zusatzbelastung
Obendrein sorgt der Nahe Osten für Nervosität. Iranische Revolutionsgarden griffen ein Frachtschiff in der Straße von Hormus an — nur wenige Tage nach einem Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran. Der Ölpreis reagierte kurzfristig mit Aufschlägen, bevor er wieder nachgab.
Am Donnerstag hatte der DAX noch von starken Micron-Quartalszahlen, positiven US-Konjunkturdaten und dem Supreme-Court-Urteil zugunsten von Bayer profitiert — das Ergebnis war ein Plus von gut einem Prozent auf knapp 25.000 Punkte. Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten liegt weiterhin außer Reichweite.
Ob die 25.000er-Marke zum Wochenstart zurückerobert werden kann, hängt stark davon ab, wie sich die KI-Debatte in den kommenden Tagen entwickelt — und ob die Straße von Hormus offen bleibt.
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