DAX Micron wird zum Stresstest

Der DAX fällt unter 25.000 Punkte, belastet durch einen globalen KI-Ausverkauf. Die Quartalszahlen von Micron gelten als nächster wichtiger Impuls für den Markt.

Die Kernpunkte:
  • DAX schließt unter 25.000 Punkten
  • Globale KI-Aktien geraten unter Druck
  • Infineon und Aixtron mit deutlichen Verlusten
  • Micron-Quartalszahlen als richtungsweisend erwartet

Die 25.000-Punkte-Marke lässt den DAX einfach nicht los — und diesmal war es ein globaler KI-Ausverkauf, der den deutschen Leitindex wieder darunter drückte. Mit einem Minus von knapp einem Prozent schloss der Index bei 24.894 Punkten, etwas erholt vom Tagestief, aber charttechnisch angeschlagen.

Warum KI-Werte den Ton angaben

Ausgangspunkt der Bewegung war Asien. Dort begannen Aktien, die besonders stark von der KI-Investitionswelle profitiert hatten, zu bröckeln — ein Trend, der sich im Verlauf des Handelstags in Europa und an der Wall Street fortsetzte. Der NASDAQ 100 gab zum europäischen Handelsschluss rund zwei Prozent nach.

Im DAX traf es besonders die Profiteure des Rechenzentrum-Booms hart. Siemens Energy verlor fast vier Prozent, Hochtief büßte sogar 4,3 Prozent ein. Infineon stand mit minus 6,3 Prozent am Index-Ende und fiel damit deutlich von seinem 26-Jahreshoch zurück. Noch stärker erwischte es Chipausrüster wie Aixtron und Suss Microtec, die bis zu elf Prozent abgaben.

Enttäuschung auf breiter Front

Neben dem KI-Thema drückten hausgemachte Faktoren auf die Stimmung. Die deutschen Einkaufsmanagerindizes fielen schwächer aus als erwartet, Brenntag enttäuschte mit mauen Quartalszahlen. Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets brachte es auf den Punkt: Das Licht am Ende des deutschen Konjunkturtunnels scheine weiter entfernt als erhofft.

Hinzu kommt, dass die mögliche Entspannung im Nahost-Konflikt bereits eingepreist ist. Als positiver Impulsgeber fällt sie damit weitgehend aus — während das Risiko einer erneuten Eskalation bestehen bleibt.

Einen Lichtblick lieferte SAP, dessen Aktie 1,7 Prozent zulegte. Software-Titel hatten zuletzt unter KI-Konkurrenzsorgen gelitten und zeigten nun eine Gegenbewegung. RWE schloss nach der Bestätigung einer Amprion-Mehrheitsbeteiligung praktisch unverändert. Vonovia hingegen verlor 2,9 Prozent infolge einer Wandelanleihe.

Micron als nächste Weichenstellung

Der Blick richtet sich nun auf die Quartalszahlen von Micron Technology, die nach US-Börsenschluss erwartet werden. Die Aktie hat sich 2026 vervierfacht — entsprechend hoch liegen die Erwartungen. Enttäuschende Zahlen könnten den Druck auf den gesamten Chipsektor und damit auch auf den DAX weiter erhöhen. Eine positive Überraschung dagegen könnte genau der Impuls sein, den der Index braucht, um die 25.000-Punkte-Marke endlich nachhaltig zurückzuerobern.

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