DAX: Midterms testen die Erholung

US-Zwischenwahlen, Unternehmensberichte und Arbeitsmarktdaten könnten die DAX-Entwicklung und Inflationserwartungen beeinflussen.

Die Kernpunkte:
  • DAX schloss die Woche 2,5 Prozent höher
  • US-Wahl könnte Ölpreisrisiken verstärken
  • Bayer und Lufthansa melden Quartalszahlen
  • US-Arbeitsmarktbericht erscheint am Freitag

Die jüngste Erholung des deutschen Leitindexes steht vor einer Bewährungsprobe. Die US-Zwischenwahlen am Dienstag könnten über den Umweg Iran-Krieg die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen bewegen. Hinzu kommen eine dichte Berichtssaison und der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Wahlnacht mit Ölpreis-Risiko

Die Amerikaner bestimmen am Dienstag den gesamten Kongress neu: das Repräsentantenhaus komplett, vom Senat rund ein Drittel. Erwartet wird, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern. Im Senat dürfte das Rennen deutlich knapper ausfallen. Erste Ergebnisse gibt es wegen der Zeitverschiebung erst am Mittwochmorgen.

Für die Börsen zählt weniger das Resultat allein als Trumps Reaktion darauf. Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, hält es für denkbar, dass der Präsident das Ergebnis infrage stellt, verstärkt per Verordnung regiert oder schnell handelt, etwa mit neuen Angriffen auf den Iran.

Ähnlich sieht es Uwe Streich von der LBBW: Ein erneuter Militärschlag würde „weiteres Öl ins Feuer gießen“. Die Ölpreise hatten zuletzt bereits auf entsprechende Sorgen reagiert.

Entlastung kommt von den Anleihemärkten. Die Renditen sind etwas von ihren hohen Niveaus zurückgekommen, ebenso die Aufschläge französischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen. Beruhigt hat, dass Moody’s Frankreich nicht wie befürchtet herabstufte.

Starker Wochenschluss, technisch überkauft

Der DAX beendete die vergangene Woche bei 25.797 Punkten, rund 2,5 Prozent im Plus. Das Wochenhoch lag über der Marke von 26.000 Punkten. Rückenwind lieferte das sechste Plus des ifo-Geschäftsklimas in Folge, zudem ließen Fed und EZB die Zinsen unverändert.

Charttechniker verweisen auf die SMA50 bei 25.578 Punkten. Bleibt der Index per Tagesschluss darüber, bleibt das Bild bullisch. Seit dem Start der Jahresendrallye hat der DAX bereits fast vier Prozent zugelegt. Weil die Indikatoren überkauft sind, halten manche Beobachter zum Wochenstart einen Rücksetzer an die Ausbruchszone für möglich. Darunter erwarten sie wenig Spielraum.

Zahlen und Jobdaten

Ab Dienstag legen die Konzerne nach. Bayer und Lufthansa berichten über das dritte Quartal, am Mittwoch folgen BMW und Continental. Am Donnerstag öffnen unter anderem Deutsche Telekom, Commerzbank und DHL ihre Bücher.

Am Freitag richtet sich der Blick auf den US-Jobmarkt. Die Helaba rechnet mit niedriger Arbeitslosenquote und Löhnen, die unter der Inflationsrate wachsen. Ein zu starker Arbeitsmarkt könnte über Lohndruck die Teuerung anheizen und damit die Fed beschäftigen. Schon am Montag stehen die Einkaufsmanagerindizes aus China und den USA an.

Anzeige

Stand heute, 2. November: DAX – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in DAX investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 2. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

DAX: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu DAX