DAX Naher Osten drückt Index
US-Militärschlag nahe der Straße von Hormus lässt den DAX unter die 25.000-Punkte-Marke fallen und bremst die jüngste Erholung.

- US-Angriff auf iranische Stellung
- DAX fällt unter 25.000 Punkte
- Asiatische Börsen mit deutlichen Verlusten
- Ölpreis steigt, Inflationssorgen wachsen
Kaum hatte der DAX die 25.000-Punkte-Marke ins Visier genommen, zieht die Geopolitik wieder die Handbremse. US-Militärangriffe nahe der Straße von Hormus setzen dem deutschen Leitindex am Donnerstagmorgen zu — und das, obwohl noch vor wenigen Tagen ein Friedensdeal mit dem Iran greifbar schien.
Was die Stimmung dreht
Der Vorfall ist konkret: Das US-Militär hat in Bandar Abbas eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Vier weitere Drohnen wurden abgeschossen. Washington bezeichnete die Aktion als „zurückhaltend und rein defensiv“ — doch für die Märkte zählt das Signal, nicht die Wortwahl.
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Commerzbank-Analyst Michael Pfister bringt es auf den Punkt: „Bomben statt weißer Rauch.“ Noch Ende vergangener Woche sah ein Iran-Deal zum Greifen nah aus. Seither hat sich die Stimmung gedreht — und mit ihr die Risikobereitschaft der Anleger.
Asien bereits unter Druck
Die Folgen zeigten sich in Asien noch vor dem europäischen Handelsstart deutlich. Südkoreas KOSPI brach um 4,6 Prozent ein — von einem Allzeithoch in den Korrekturmodus. Nikkei und Hongkong folgten mit spürbaren Verlusten. Händler nannten neben dem Iran-Konflikt den Abbau von Risikopositionen als Hauptgrund.
Vor diesem Hintergrund taxierte der Broker IG den DAX rund zwei Stunden vor Xetra-Start 0,8 Prozent tiefer auf 24.970 Punkte. Der Index würde damit wieder unter die 25.000er-Marke rutschen. Das Rekordhoch vom 13. Januar 2026 bei 25.507 Punkten rückt entsprechend wieder in weitere Ferne.
Währenddessen konnte die Wall Street am Mittwoch noch zulegen — der Dow Jones kletterte auf über 50.600 Punkte, getragen von Hoffnungen auf eine Iran-Einigung, die das Weiße Haus kurz danach als „vollständig erfunden“ abtat. Dieser Widerspruch zwischen amerikanischer Stärke und neuem Geopolitik-Risiko dürfte den europäischen Handelstag prägen. Öl verteuert sich derweil spürbar, was den Inflationsdruck erhöht und exportabhängige DAX-Konzerne zusätzlich belastet.
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