DAX: Neues Allzeithoch bei 26.573 Punkten

Der DAX pendelt nahe seines Rekordhochs bei historisch schwachen Umsätzen. Entscheidend für die weitere Richtung sind die US-Verbraucherpreisdaten am Nachmittag.

Die Kernpunkte:
  • DAX erreicht neues Allzeithoch
  • Handelsvolumen historisch niedrig
  • US-Inflationsdaten als Richtungsgeber
  • Alphabet-Aktie verliert nach Führungswechsel

Der DAX kratzt am eigenen Rekordhoch – aber kaum jemand handelt mit. Diese Mischung aus Rekordnähe und historisch dünnen Umsätzen macht den Mittwoch zu einem Sonderfall. Um 14:30 Uhr entscheiden US-Verbraucherpreisdaten, wohin die Reise weitergeht.

Rekordhoch am Morgen, Rückzug am Mittag

Am Mittwochmorgen markierte der Index bei 26.573,50 Punkten ein neues Allzeithoch. Im weiteren Handelsverlauf gab der DAX diesen Vorsprung wieder ab. Aktuell notiert er bei 26.331,07 Punkten, ein Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 26.391,42 Punkten.

Der Abstand zum frischen Rekord beträgt damit nur 0,9 Prozent. Kein Absturz also, eher ein kurzes Zurückzucken nach der Bestmarke.

Auffällig bleibt das extrem geringe Handelsvolumen der vergangenen Tage. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners wies darauf hin, dass am Montag und Dienstag nur rund 40 Millionen Dax-Aktien den Besitzer wechselten. Geringer war die Zahl der gehandelten Papiere in diesem Jahr nur an zwei weiteren Tagen. Für Altmann ein Zeichen, dass kaum noch neue Käufer nachkommen – der Markt lebt derzeit vor allem davon, dass Gewinnmitnahmen ausbleiben.

US-Inflationsdaten als Weichenstellung

Im Zentrum des Tages steht der Nachmittag. Um 14:30 Uhr veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreise für Juli. Der Konsens erwartet eine Jahresrate von 3,4 Prozent nach 3,5 Prozent im Vormonat, dazu einen Kern-CPI von plus 0,2 Prozent zum Vormonat.

Die Fed steckt in einer Zwickmühle. Nach dem schwachen Jobbericht mit minus 23.000 Stellen sanken die Markterwartungen für eine Zinssenkung im September bereits auf rund 40 Prozent. Ein CPI-Wert unter der Erwartung würde eine Zinssenkung im September wieder wahrscheinlicher machen. Ein Wert über 3,4 Prozent würde dagegen die Falken um Fed-Chef Kevin Warsh stärken, die vor weiteren Lockerungen warnen.

Einzelwerte: Breite Beteiligung, Alphabet unter Druck

Zum Xetra-Schluss am Vortag standen 22 Gewinner 18 Verlierern gegenüber. Angeführt wurde die Gewinnerliste von Siemens Energy mit plus 2,20 Prozent, Scout24 mit plus 2,00 Prozent und RWE mit plus 1,59 Prozent. Zalando, Qiagen und Merck bildeten mit Verlusten zwischen 2,25 und 2,57 Prozent die Schlusslichter.

Aus dem Unternehmensumfeld lieferten Bechtle, Hannover Rück, K+S und Brenntag frische Zahlen. Bei Hannover Rück belastete anhaltender Preisdruck: Der Rückversicherer meldete weiter sinkende Preise in der Vertragserneuerung und einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal, bestätigte aber seinen Ausblick.

Belastend für die US-Vorgaben wirkte eine Personalie bei Alphabet. Die Aktie verlor 3,6 Prozent, nachdem Demis Hassabis als CEO von Google DeepMind zurücktrat und nur noch als Chairman fungiert. KI-Veteran Jeff Dean verlässt das Unternehmen zusätzlich.

Technisches Bild: Wichtige Unterstützung gebrochen

Der Rückfall unter 26.356 Punkte ist chartseitig kein Detail. Genau dort verläuft die SMA20 im 4-Stunden-Chart, die den kurzfristigen Aufwärtstrend zuletzt stützte. Mit dem aktuellen Kurs von 26.331 Punkten notiert der Index nun knapp darunter.

Setzt sich diese Schwäche fort, rückt die SMA50 bei 26.199 Punkten als nächste Haltelinie ins Blickfeld. Erst ein Bruch dieser Marke würde eine tiefere Korrektur bis zur SMA200 bei 25.415 Punkten in den Fokus rücken. Auf der Oberseite bleiben 26.444, 26.515 und 26.615 Punkte die nächsten Hürden – Marken, die ohne neue Kaufimpulse schwer zu erreichen sind.

Internationales Umfeld bremst zusätzlich

Die Vorgaben aus den USA fielen schwach aus. Der S&P 500 verlor 0,32 Prozent, der Dow Jones 0,34 Prozent und der Nasdaq 100 0,40 Prozent. In Asien zeigten sich Japan und Südkorea am Morgen dagegen erholt.

Zusätzlichen Stoff für die Diskussion um die Preisentwicklung lieferten frische deutsche Zahlen: Die HVPI-Inflation stieg im Juli auf 2,8 Prozent.

Die Richtung für den restlichen Handelstag entscheidet sich um 14:30 Uhr. Bleibt der US-CPI im oder unter dem erwarteten Bereich, hat der DAX Chancen, die verlorene SMA20-Unterstützung zurückzuerobern und erneut Richtung Rekordhoch zu laufen. Ein Wert deutlich über 3,4 Prozent würde dagegen die Diskussion um eine straffere Fed-Politik neu entfachen und den Weg zur SMA50 bei 26.199 Punkten öffnen.

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