DAX: Neues Allzeithoch bei 26.618,74 Punkten

Der DAX markierte ein neues Allzeithoch, während Warsh vor anhaltender Inflation warnte und Strabag mit Halbjahreszahlen überzeugte.

Die Kernpunkte:
  • DAX steigt auf 26.618,74 Punkte
  • Warsh stellt Inflationsbekämpfung heraus
  • Chemiebranche zeigt deutliche Stimmungsaufhellung
  • Strabag hebt Jahresprognose an

Der deutsche Leitindex hat die Handelswoche mit einem deutlichen Kursplus beendet und dabei eine neue Bestmarke aufgestellt. Am gestrigen Freitag stieg der DAX um 0,9 % und ging bei 26.593,11 Punkten aus dem Handel.

Im Tagesverlauf erreichte das Börsenbarometer bei 26.618,74 Zählern ein neues Allzeithoch. Hauptverantwortlich für die positive Dynamik war der Auftritt des US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole, der trotz restriktiver Signale für Klarheit an den Märkten sorgte.

Warsh signalisiert geldpolitische Straffung

In seiner mit Spannung erwarteten Rede in Jackson Hole am gestrigen Nachmittag verdeutlichte Kevin Warsh die Entschlossenheit der Federal Reserve im Kampf gegen die Teuerung. Er betonte, dass sich die Inflation zuletzt nicht maßgeblich verbessert habe.

Mit einer PCE-Kernrate von 3,7 % im Juli liege die Teuerung weiterhin deutlich über dem angestrebten Ziel von 2 %. Warsh unterstrich, dass dieses Ziel unverrückbar sei und man bereit stehe zu handeln, sollte sich der Preisdruck nicht weiter abschwächen.

Marktteilnehmer werteten die Aussagen als Signal für eine mögliche Zinserhöhung auf der kommenden Sitzung Mitte September. Medienberichten zufolge wird die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt nach oben derzeit auf 30 bis 47 % taxiert.

Warsh kündigte zudem an, künftig weniger eine sogenannte „Forward Guidance“ zu geben, sondern Entscheidungen kurzfristiger von der aktuellen Datenlage abhängig zu machen. Dies sorge zwar für eine gewisse Ungewissheit, unterstreiche jedoch die Flexibilität der US-Notenbank.

Fokus auf EZB und deutsche Industriedaten

Parallel zur US-Geldpolitik richtet sich der Blick der Anleger auf die Europäische Zentralbank (EZB). Für die Sitzung am 10. September wird am Markt fest mit einer Anhebung des Leitzinses von derzeit 2,25 % auf 2,50 % gerechnet. Trotz dieser Aussichten auf steigende Zinsen stützten positive Konjunktursignale aus der heimischen Wirtschaft die Stimmung am Parkett.

Besonders in der Chemiebranche hellte sich das Klima spürbar auf. Laut dem Ifo-Geschäftsklima für die Chemieindustrie stieg der entsprechende Wert im August auf 11,6 Punkte, nachdem im Juli noch ein Stand von minus 14,6 Punkten verzeichnet worden war. Diese Erholung in einem für Deutschland zentralen Industriesektor trug maßgeblich zur Stabilität des Gesamtmarktes bei.

BMW und Strabag im Aufwind

Auf Ebene der Einzelwerte stachen am gestrigen Handelstag mehrere Unternehmen positiv hervor. Die Aktie von BMW profitierte von einem positiven Kommentar der Analysten von Citigroup. Das Haus setzte den Autobauer auf eine „Positive Catalyst Watch“, woraufhin die Papiere um rund 2 % zulegten. Auch andere Branchenvertreter wie Mercedes-Benz und Volkswagen verbuchten Zuwächse von über 1 %.

Ein kräftiges Plus verzeichnete zudem der Baukonzern Strabag, dessen Kurs um bis zu 14 % nach oben kletterte. Das Unternehmen überzeugte die Anleger mit starken Halbjahreszahlen und einer Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr 2026. Auf der Verliererseite stand hingegen Traton.

Nachdem die Analysten der UBS die Einstufung für den Nutzfahrzeughersteller auf „Neutral“ gesenkt hatten, gab die Aktie im frühen Handel um 1,4 % nach. Auch der Softwarekonzern SAP gehörte mit einem Anstieg von zeitweise 5,5 % zu den stärksten Werten im DAX, während Nvidia trotz starker Quartalszahlen im deutschen Handel unter Verkaufsdruck geriet.

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