DAX: Öl und Iran nehmen Kurs

Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise drücken den DAX vorbörslich unter 23.800 Punkte. Die 200-Tage-Linie gerät in Gefahr.

Die Kernpunkte:
  • DAX fällt vorbörslich um 0,8 Prozent
  • Ölpreis steigt auf über 111 Dollar
  • Iran-Konflikt belastet die Märkte
  • Nvidia-Zahlen als möglicher Lichtblick

Gleich zwei schwere Anker ziehen den DAX heute zum Wochenstart nach unten. Die erneut eskalierenden Spannungen rund um den Iran und ein deutlich anziehender Ölpreis lassen den deutschen Leitindex vorbörslich rund 0,8 Prozent auf etwa 23.758 Punkte abrutschen — nach einem Freitag, der bereits mit einem Minus von gut zwei Prozent endete.

Das Timing ist ungünstig. Denn die Berichtssaison, die zuletzt noch als stabilisierendes Element gewirkt hatte, läuft nun aus. Dem Markt geht damit ein wichtiger Impulsgeber verloren, ausgerechnet in einem Moment, in dem die Belastungsfaktoren wieder zunehmen.

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200-Tage-Linie gerät ins Wanken

Technisch ist die Lage heikel. Die exponentielle 200-Tage-Linie droht zu reißen — ein Barometer, das seit Wochen seitwärts läuft und die Orientierungslosigkeit des Marktes widerspiegelt. In der Nacht testete der DAX sogar Niveaus unterhalb von 23.700 Punkten. Eine charttechnische Unterstützungszone liegt bei 23.675 Punkten, darunter wird die Luft dünn.

Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten rückt damit in weite Ferne. Noch vor wenigen Wochen schien es zum Greifen nah — seither hat sich die Stimmung grundlegend gedreht.

Öl, Iran und schwache Signale aus China

Der wichtigste Treiber der aktuellen Schwäche ist der Ölpreis. Brent kletterte zuletzt auf über 111 Dollar je Barrel. Hintergrund sind die wieder schärfer werdenden Töne zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Trump ließ auf Truth Social keinen Zweifel an seiner Haltung — und stellte den Iran vor ein Ultimatum mit drastischer Wortwahl. Israel stellt sich laut Berichten bereits auf mögliche gemeinsame Angriffe ein. Die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus bleibt faktisch geschlossen.

Für Europa kommt das doppelt ungelegen. Die Konjunktur zeigt sich ohnehin schwach, und ein anhaltend hoher Ölpreis würde den Druck auf die ohnehin gebeutelten europäischen Unternehmen weiter erhöhen. Auch aus Asien kamen heute keine Beruhigungssignale: Chinas Industrieproduktion legte im jüngsten Berichtszeitraum nur um 4,1 Prozent zu — erwartet wurden sechs Prozent. Die Einzelhandelsumsätze überzeugten ebenfalls nicht.

An der Wall Street hatte die KI-Rally am Freitag ihre Auszeit genommen. Der S&P 500 gab 1,24 Prozent ab, der Nasdaq 100 verlor 1,54 Prozent. Hohe Anleiherenditen und der Ölpreisanstieg bremsten die Kaufbereitschaft — ein Muster, das sich zum Wochenstart fortsetzt.

Der einzige potenzielle Lichtblick in dieser Woche: Nvidia legt am Mittwochabend nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind hoch, eine Anhebung des Ausblicks gilt als wahrscheinlich. Ob das ausreicht, um die geopolitischen Schatten zu vertreiben, ist eine andere Frage.

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