DAX: Ölpreis bleibt das Zünglein an der Waage

Der deutsche Leitindex kämpft mit Kriegsfolgen. Seine Erholung hängt direkt vom Ölpreis ab, der Konjunktur und Inflation belastet. Die kommende Woche bringt wichtige Zinsentscheidungen und Konjunkturdaten.

Die Kernpunkte:
  • DAX verliert seit Kriegsbeginn über sechs Prozent
  • Ölpreis über 100 Dollar belastet Wachstumsprognosen
  • Fed und EZB treffen kommende Woche Zinsentscheidungen
  • Chartstütze bei 23.300 Punkten hält vorerst

Fast zwei Wochen Iran-Krieg, und der DAX steckt mittendrin in einem Marktumfeld, das Anleger täglich neu auf die Probe stellt. Heute gelang dem deutschen Leitindex zwar die Wende ins Plus — nach einem schwachen Auftakt kletterte er auf rund 23.738 Punkte. Aber die Erleichterung ist brüchig.

Der Montags-Effekt sitzt tief. Zweimal in Folge hatte der Wochenstart böse Überraschungen bereitgehalten, einmal sogar einen Absturz auf 22.927 Punkte — den tiefsten Stand seit Mai. Seit Kriegsbeginn summieren sich die Verluste auf mehr als sechs Prozent. Dass die Erholung ausgerechnet daran hängt, ob Brent-Öl knapp unter oder über 100 Dollar je Barrel notiert, zeigt, wie eng die Schicksalsverbindung zwischen Energiemarkt und Aktienmarkt gerade ist.

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Stagflation oder Atempause?

Die Kombination aus stagnierenden Wachstumsaussichten und wieder anziehender Inflation macht Investoren nervös — zu Recht. Ökonomen rechnen vor: Hält der Ölpreis dauerhaft über 100 Dollar, dürften Konjunkturprognosen um etwa einen halben Prozentpunkt nach unten korrigiert werden. Steigt er auf 150 Dollar, wird eine Rezession wahrscheinlich. Historisch betrachtet folgten auf größere Energiepreisschocks fast immer wirtschaftliche Einbrüche.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Straße von Hormus — Nadelöhr für rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs, aber auch für bedeutende Flüssiggas- und Düngemittelexporte — weiterhin praktisch gesperrt ist. Jede weitere Woche in diesem Zustand erhöht den wirtschaftlichen Schaden exponentiell.

Dabei trifft der Schock Deutschland besonders hart. Während der S&P 500 vom Hochpunkt aus nur rund fünf Prozent nachgab, büßte der DAX in der Spitze etwa zehn Prozent ein. Europas Börsen reagieren in Energiekrisen schlicht empfindlicher.

Was die neue Woche bringt

Einige zaghafte Signale sorgen für minimale Zuversicht: Die USA erlauben vorübergehend den Kauf russischen Öls, das sich bereits auf Schiffen befindet — eine Maßnahme, die Bundeskanzler Merz scharf kritisiert, die aber kurzfristig das Angebot etwas entspannen könnte. Frankreich und Italien sollen zudem diplomatische Kanäle nach Teheran sondieren.

Die kommende Woche bringt zusätzliche Weichenstellungen. Fed und EZB entscheiden über die Leitzinsen — Änderungen erwartet kaum jemand, doch der Markt will wissen, wie die Notenbanken mit einem möglichen Inflationsanstieg im Frühjahr umgehen. Parallel könnte der ZEW-Index am Dienstag ein erstes Stimmungsbild nach dem Kriegsausbruch liefern — Ökonomen rechnen mit einem merklichen Rücksetzer. Am Donnerstag öffnet Vonovia als einziger DAX-Konzern seine Bücher, am Freitag sorgt der große Verfallstag an den Terminbörsen möglicherweise für zusätzliche Kursschwankungen.

Die charttechnische Unterstützung bei 23.300 Punkten hält vorerst. Wie lange, entscheidet weniger die Berichtssaison als das Geschehen am Persischen Golf.

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