DAX: Ölpreis diktiert das Tempo

Der DAX verliert weiter an Boden, während steigende Ölpreise und Zweifel an KI-Bewertungen die Märkte belasten. Fed-Entscheid und ZEW folgen.

Die Kernpunkte:
  • DAX verzeichnet dritten schwächeren Handelstag
  • Ölpreis nähert sich 110 Dollar
  • Hormus-Lage verschärft Inflationssorgen
  • Fed-Entscheid sorgt für zusätzliche Nervosität

Der deutsche Leitindex kommt nicht von der Stelle – und das aus gutem Grund. Zwei Krisenherde überlagern sich gerade: eine wiederaufgeflammte Skepsis gegenüber KI-Bewertungen und ein Ölpreis, der sich der Marke von 110 Dollar nähert. Für den DAX bedeutet das den dritten schwächeren Handelstag in Folge.

Zwei Stunden vor Handelsstart taxierte der Broker IG den Index rund 0,2 Prozent leichter auf 25.395 Punkte. Damit bewegt sich der DAX weiterhin auf dem niedrigsten Niveau seit Ende Juli, in der Nähe der 100-Tage-Linie bei etwa 25.230 Zählern.

Rutscht der Index darunter, gerät die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten ins Blickfeld. Seit dem Rekordhoch Ende August bei 26.619 Punkten hat der DAX bereits rund 1.200 Zähler eingebüßt.

Hormus-Sorgen treiben Ölpreis

Auslöser der Nervosität am Rohstoffmarkt ist die ungeklärte Lage an der Straße von Hormus, verschärft durch das Vorrücken der Huthi-Miliz im Jemen. Nach Drohnenangriffen musste Saudi-Arabien zudem eine wichtige Pipeline abschalten, weil auch die Meerenge Bab al-Mandab als bedroht gilt. Marktbeobachter bringen inzwischen sogar ein Ölpreisniveau von 110 Dollar je Barrel ins Spiel.

Das treibt nicht nur die Energiekosten, sondern rückt auch die Inflationsdebatte wieder in den Vordergrund. Eine Brüsseler Studie rechnet vor: Steigen Öl- und Gaspreise jeweils um 10 Prozent, könnte die Gesamtinflation in Deutschland um bis zu 0,22 Prozentpunkte zulegen. Bei einem Preisanstieg von 50 Prozent wäre in Europa sogar ein Anstieg der Teuerung um bis zu 1,8 Prozentpunkte im Folgejahr denkbar.

KI-Skepsis lässt Chipwerte nicht los

Der zweite Belastungsfaktor bleibt hausgemacht im Silicon Valley. Nachdem Anthropic-Chef Dario Amodei ein langsameres Entwicklungstempo bei KI-Modellen gefordert hatte und sich Sam Altman sowie Elon Musk dem anschlossen, blieb eine Erholung der Halbleiterwerte in Asien aus. Das Vertrauen in die Technologiebranche bleibt angeschlagen – auch europäische Anleger dürften das Thema noch nicht abgehakt haben.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Anleger rechnen mit einer geldpolitischen Straffung, was angesichts des ohnehin angespannten Marktumfelds für zusätzliche Nervosität sorgt. Bereits am Dienstag liefert der ZEW-Index einen weiteren Stimmungstest für die deutsche Wirtschaft – nach vier Anstiegen in Folge und einem August-Höchststand von 34,2 Punkten dürfte er genau beobachtet werden.

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